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Große Mehrheit für Wiederansiedlung: Deutsche wollen Wölfe zurück

Seit der Jahrtausendwende leben wieder Wölfe in Deutschland. Aus wenigen Rudeln sind inzwischen fast 60 Tiere geworden. Eine große Mehrheit der Deutschen ist für eine dauerhafte Ansiedlung der Wölfe. Vor allem ältere Menschen sind dagegen.

Der BUND will Wanderrouten der Tiere schützen.
Der BUND will Wanderrouten der Tiere schützen.(Foto: picture alliance / dpa)

Vier von fünf Bundesbürgern wünschen sich eine Wiederansiedlung von Wölfen in Deutschland. Nach einer von der Umweltschutzorganisation BUND vorgestellten Umfrage haben 79 Prozent nichts gegen eine Rückkehr der scheuen Raubtiere, die in Deutschland im 19. Jahrhundert ausgerottet waren, sich aber seit den 1990er Jahren vereinzelt von Osteuropa aus erneut hier ansiedelten. "Wir sind selbst ein wenig überrascht, wie hoch die Zustimmung ist", erklärte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger.

Mit der Umfrage des Forsa-Instituts wollte die Organisation herausfinden, ob die Bevölkerung eine Wiederansiedlung von Wölfen akzeptieren würde. Das Ergebnis zeige deutlich, dass vor allem jüngere Menschen dem Tier- und Artenschutz einen sehr hohen Stellenwert beimessen, betonte Weiger. In der Umfrage hätten sich insgesamt eher die über 60-Jährigen gegen eine Rückkehr der Wölfe ausgesprochen. Die Politik rief er auf, den Wolfsschutz auszuweiten und dafür zu sorgen, dass die natürlichen Wanderrouten dieser und anderer Tiere nicht durch Straßen und andere menschliche Bauprojekte zerschnitten werden.

Nach BUND-Angaben gibt es in Deutschland derzeit etwa 60 Wölfe. In den neuen Bundesländern leben etwa ein Dutzend Wolfsrudel. Vereinzelte Wölfe wurden in den vergangenen Jahren unter anderem aber auch schon in Hessen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein beobachtet. Wölfe sind streng geschützt und äußerst menschenscheu. Es gibt jedoch gelegentlich Konflikte mit Landwirten, etwa wenn die Tiere Schafe anfallen. Dies ließe sich allerdings durch staatlich geförderte Schutzmaßnahmen wie die Anschaffung von Hütehunden und die Zahlung von Entschädigung für tote Nutztiere leicht vermeiden, erklärte der BUND.

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Quelle: n-tv.de

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