Panorama

Geschenk macht #sprachlos: Ein Kinderbild zeigt Krieg und Frieden

Wie nah Leid und Hoffnung beieinanderliegen, offenbart eine einfache Kinderzeichnung. Sie zeigt schockierende Kriegsszenen auf der einen und friedvolle Momente auf der anderen Hälfte. Ein Kind schenkt das Bild der Bundespolizei - die ist sprachlos.

Ein Flüchtlingskind aus Syrien hat die schrecklichen Erlebnisse in seiner Heimat und das Leben nach seiner Flucht in Deutschland in einer einfachen Kinderzeichnung verarbeitet. Das Bild sagt mehr als tausend Worte und verdeutlicht einmal mehr, welches Elend Flüchtlinge ertragen mussten. Das unbekannte Kind hat den Krieg in seinem Heimatland gemalt. Ganz einfach, aber sehr eindrücklich. Und es hat gemalt, was es empfand, als es die Polizei in Deutschland gesehen hat.

Auf der linken Seite sind Kriegsszenen zu sehen: tote Menschen und abgetrennte Gliedmaßen liegen herum, daneben steht ein kleines Kind, eine Frau läuft auf Krücken. Die andere Seite des Bildes zeigt ein Land in Frieden. Man sieht Menschen mit Taschen statt Waffen, darüber ein Friedenssymbol und unten steht das Wort "Polizi" - mit einem doppelten roten Herzen umrahmt.

An dieser Bilderwand fand die Bundespolizei das Bild. Es hängt in der linken oberen Ecke.
An dieser Bilderwand fand die Bundespolizei das Bild. Es hängt in der linken oberen Ecke.(Foto: Bundespolizei / n-tv.de)

Das Bild hing an einer Wand im Aufnahmezentrum Passau. Ein Polizist entdeckt es dort und fotografiert es. Am Donnerstagabend wird es über den offiziellen Twitter-Account der Bundespolizei Bayern publik gemacht. Innerhalb kurzer Zeit verbreitet es sich tausendfach in den sozialen Netzwerken. Wie das Kind heißt, das das Bild gemalt hat, oder wie alt es ist, ist nicht bekannt.

Eine Galerie mit Kinderzeichnungen

Täglich erreichen derzeit Tausende Menschen, die vor Krieg und Terror geflüchtet sind, Deutschland. Sie werden in Notunterkünften versorgt. In Passau hat die Bundespolizei eine Lagerhalle angemietet, um die vielen Hundert Flüchtlinge unterzubringen. Während die Menschen dort registriert werden, damit ihr Asylverfahren beginnen kann, bekommen die Kinder Spielsachen und Malzeug.

"Die Kollegen haben die vielen Zeichnungen, die ihnen geschenkt werden, an einer kleinen Wand aufgehängt", sagt Florian Hüppe, Pressesprecher der Bundespolizei Bayern, der das Bild getwittert hat. Es zeige beispielhaft, dass die Schicksale, mit denen die Beamten vor Ort konfrontiert werden, auch eine emotionale Belastung seien. "Manche Kollegen nehmen so ein Bild auch mit nach Hause."

In den sozialen Netzwerken wird das Bild von vielen kommentiert, die meisten zeigen sich bewegt: "Die stummen Schreie eines Kindes... wo Worte fehlen", schreibt ein User. Ein anderer fragt: "Was muss dieses Kind nur erlebt haben um solch ein Bild (linkes Bild) zu zeichnen?". Ein anderer meint: Einige sehen einen guten "Grund mehr, diesen Kindern unbürokratisch und schnell Betreuungsplätze zur Verfügung zu stellen."

Andere Nutzer zweifeln die Authentizität des Bildes an. Bei Facebook schreibt ein User: "Glaube nicht, dass es von einem Kind gemalt wurde." Ein anderer schreibt: "Das Kind heisst Rolf P., Polizeihauptkommissar, 27 Jahre alt, Passau.."

Frank Koller, Pressesprecher der Bundespolizei in Freyung, stand neben Kollege Hüppe, als dieser die Zeichnung fotografierte. Wer das Bild, das sie ja erst an der Pinnwand entdeckt hatten, gemalt habe, sei unbekannt, bestätigt er n-tv.de. "Es kann sein, dass die Mutter oder der Vater des Kindes mitgeholfen haben", sagt Koller. Dutzende solcher Zeichnungen würden jeden Tag entstehen, mal schlichter, mal ausgefallener. Das Bild sei einfach nur ein Ausdruck für das Elend, das die Menschen hinter sich haben.

Bilderserie

Quelle: n-tv.de

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