Haftbefehl gegen zwei DeutscheEntführtes Baby wieder da
Ein Unbekannter reißt in Tschechien ein Baby aus einem Kinderwagen - vor den Augen der Mutter. Mit einem schnellen Auto verschwindet der Mann gen Deutschland. Dort läuft die Fahndung auf Hochtouren - erfolgreich. Jetzt kann das Kind wohlbehalten seinen Eltern zurückgegeben werden.
Nach dem Fund eines entführten Babys aus Tschechien in Neuwied (Rheinland-Pfalz) sind Haftbefehle gegen zwei Deutsche erlassen worden. Sie stehen im Verdacht der Entziehung Minderjähriger. "Die Frau und der Mann sind in Untersuchungshaft und sollen nach Dresden überstellt werden", sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Dresden, Alexander Keller.
Bei der Entdeckung des Säuglings wurden laut Keller insgesamt vier Tatverdächtige festgenommen, eine Frau aber noch in der Nacht und eine weitere im Lauf des Tages auf freien Fuß gesetzt.
Keller bestätigte zudem, dass der Säugling in Neuwied gefunden wurde. Das Mädchen, das "höchstwahrscheinlich" das vor einer Woche in Usti nad Labem geraubte Baby sei, befinde sich in Obhut der Behörden. Mit einer Bestätigung der Identität mittels DNA sei aber erst im Laufe der kommenden Woche zu rechnen.
Wir sind überzeugt, dass sie es ist", hatte zuvor bereits der Polizeichef von Usti, Vladimir Danyluk, in einer vom TV-Sender CT24 live übertragenen Pressekonferenz gesagt. Der Großvater der drei Wochen alten Michala Janova sagte dem Sender CT24: "Wir wissen bisher nur, dass sie gefunden und gesund ist. Und darüber sind wir überglücklich."
Mit Rücksicht auf die Familie und laufende Ermittlungen wolle man vorerst keine Details bekanntgeben, wich Polizeichef Danyluk konkreten Journalistenfragen immer wieder aus. So wollte er auch nicht beantworten, ob die Eltern das Kind bereits identifiziert hätten oder dies unmittelbar bevorstehe.
Grenzüberschreitende Zusammenarbeit
Immerhin bestätigte Danyluk Medieninformationen, dass die deutsche Polizei vier mutmaßliche Täter festgenommen habe. "Es sind Deutsche", antwortete er erst auf mehrfaches Drängen der Journalisten. Er verweigerte aber alle weiteren Angaben zu ihrer Identität. Dafür lobte er mehrfach die "hoch professionelle Zusammenarbeit mit den deutschen Kollegen".
Der Säugling war in Usti nad Labem (Aussig) vor den Augen der Mutter aus dem Kinderwagen gezerrt und in einem schwarzen Geländewagen in Richtung Deutschland verschleppt worden. Das Fluchtauto mit dem gestohlenen tschechischen Kennzeichen 3U1 4474 raste über die Autobahn Prag-Dresden (D8). Daraufhin hatten die tschechischen Behörden die deutschen um Unterstützung bei der Fahndung nach dem Baby und dem Entführer gebeten. Seitdem lief die Fahndung im gesamten Bundesgebiet.