Panorama

Passagiere harrten stundenlang ausEtihad versucht Mega-Verspätung zu erklären

05.01.2015, 17:57 Uhr
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Zwei Tage nach dem Flugchaos soll sich der Flugplan bei Etihad wieder normalisiert haben, so die Fluggesellschaft. (Foto: AP)

Es war ein Albtraum: Mehr als 13 Stunden harren Passagiere eines Etihad-Fluges am Wochenende im Flugzeug aus - schließlich stirbt sogar ein Mann. Noch immer kämpft die Airline mit Verspätungen und versucht zu erklären, wie es zu der Mega-Verspätung kommen konnte.

Einen Tag, nachdem ein Flugzeug aus Abu Dhabi mit mehr als 30 Stunden Verspätung in Düsseldorf landete, ringt die betroffene Fluglinie Etihad noch mit den Nachwirkungen des Chaos. Mehr als 95 Prozent aller Fluggäste in Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten hätten am Wochenende unter Verspätungen gelitten, teilte Etihad in einer Erklärung mit. Für Dienstag erwarte man wieder regulären Flugverkehr.

Die Flughafenleitung erklärte hingegen, der Flughafen funktioniere wieder normal. Die Maschine nach Düsseldorf hatte in Abu Dhabi 13 Stunden auf ihren Start gewartet. Während des Flugs war am Samstag ein 73-jähriger Passagier verstorben. Deshalb landete die Maschine in Wien, bevor sie dann am Sonntag nach Düsseldorf weiterflog. Details zur Todesursache nannte Etihad nicht.

Passagiere berichteten, sie hätten die Wartezeit in Abu Dhabi in ihren Maschinen auf dem Rollfeld verbringen müssen. Ein Etihad-Sprecher sagte hingegen auf Anfrage, dass "niemand gezwungen wurde, in einem Flieger zu bleiben". Die Passagiere von Flug EY23 hätten die Möglichkeit zum Aussteigen nicht wahrgenommen.

Todesursache soll geklärt werden

Nach Angaben der Flughafenleitung in Abu Dhabi wurden 20 Flüge gestrichen, fast alle weiteren hätten sich verspätet. Neben dem Flieger nach Düsseldorf habe unter anderem eine Maschine nach San Francisco 12 Stunden auf ihren Abflug gewartet. Dass Passagiere in den Fliegern auf dem Rollfeld ausharren mussten, erklärte eine Sprecherin mit "Sicherheitsgründen". Lediglich bei Maschinen, die noch am Terminal gewartet hätten, sei ein Aussteigen möglich gewesen.

"13 Stunden am Boden sind eine gewaltige Hausnummer", sagte Markus Wahl, Sprecher der Pilotenvereinigung Cockpit. Man habe in Abu Dhabi vermutlich auf eine Wetterbesserung gehofft und die Passagiere an Bord behalten, um bei einer Lücke in der Nebelwand schnell starten zu können.

Auf einem deutschen Airport würde es bestimmt nicht 13 Stunden dauern, bis Passagiere darauf bestehen würden, die Maschine zu verlassen, sagte Wahl. "Das dann zu verweigern, würde ja an Freiheitsberaubung grenzen." Bei den Ermittlungsbehörden in Düsseldorf sind bislang keine Strafanzeigen wegen der Vorgänge um Flug EY23 eingegangen. Ob der 73-Jährige an den Strapazen gestorben sei oder unabhängig davon, werde gerichtsmedizinisch schwer festzustellen sein, hieß es.

Quelle: ntv.de, lsc/dpa