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Die Konzentration von Ruthenium-106 in Sachsen ist zwar erhöht, Gefahr für Mensch und Umwelt besteht aber nicht.
Die Konzentration von Ruthenium-106 in Sachsen ist zwar erhöht, Gefahr für Mensch und Umwelt besteht aber nicht.(Foto: dpa)
Sonntag, 08. Oktober 2017

Strahlenwerte in Sachsen: Experten messen erhöhte Radioaktivität

Seit Tagen kann in Teilen Europas, darunter auch in Deutschland, eine erhöhte Konzentration von Ruthenium-106 in der Luft festgestellt werden. Was hinter der mysteriösen Radioaktivität steckt, ist unklar. Zumindest das Woher ist aber inzwischen bestimmbar.

In Deutschland sowie anderswo in Europa sind in den vergangenen Tagen leicht erhöhte Radioaktivitätswerte gemessen worden. Dabei handelt es sich um Spuren des Stoffes Ruthenium-106 (Ru-106), wie das Bundesamt für Strahlenschutz mitteilte. Die erhöhten Werte wurden demnach innerhalb von Deutschland im sächsischen Görlitz festgestellt.

Gesundheitsgefahr für die Bevölkerung soll aufgrund einer sehr geringen Konzentration aber nicht bestehen. So beträgt die höchste in Deutschland gemessene Konzentration von Ruthenium in Görlitz etwa 5 Millibecquerel pro Kubikmeter Luft. "Selbst bei konstanter Einatmung über den Zeitraum von einer Woche ergibt sich daraus eine Dosis, die niedriger ist als die, die durch die natürliche Umgebungsstrahlung in einer Stunde aufgenommen wird", teilte das Bundesamt für Strahlenschutz auf Anfrage mit.

Nach Expertenansicht gehen die radioaktiven Spuren auf eine Quelle im südlichen Ural in Russland zurück. Was genau aber Ursache der erhöhten Messwerte ist, konnte bisher nicht geklärt werden. Ein Unfall in einem Atomkraftwerk schließen das Bundesamt für Strahlenschutz sowie das Bundesumweltministerium jedoch aus, da ausschließlich Ruthenium-106 nachgewiesen wurde. Der Stoff wird unter anderem für die Krebstherapie und in der Stromversorgung von Satelliten eingesetzt.

An verschiedenen Messstellen in Europa waren seit etwa einer Woche leicht erhöhte Werte von Ruthenium in der Luft nachgewiesen worden, unter anderem an Stationen des Deutschen Wetterdienstes sowie auch an mehreren europäischen Stationen, etwa in Österreich und Italien. Nach Berechnungen der Experten wurde das radioaktive Material in der letzten Septemberwoche freigesetzt.

Quelle: n-tv.de

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