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Die Polizei prüft noch, was genau zu dem Unfall bei Ulm geführt hat.
Die Polizei prüft noch, was genau zu dem Unfall bei Ulm geführt hat.(Foto: dpa)

Tödliche Unfälle zum Jahreswechsel: Fahrer steigen vor Crash aus

In der Silvesternacht und am Neujahrstag verlieren mehrere Menschen bei schweren Verkehrsunfällen ihr Leben. Bei Ulm kommt es zur Massenkarambolage, nachdem drei Fahrer aus ihren Autos ausgestiegen sind. Bei Bremen ist dagegen ein betrunkener Lkw-Fahrer für zwei Tote verantwortlich: Er versucht seinen 40-Tonner mitten auf der Autobahn zu wenden.

Bei der Massenkarambolage am Neujahrsmorgen auf der B30 bei Ulm-Donaustetten sind die drei Todesopfer ersten Ermittlungen zufolge vor dem Crash aus ihren Autos ausgestiegen. Dabei seien sie vermutlich von heranfahrenden Autos erfasst worden, teilte die Polizei mit. Warum sie ihre Fahrzeuge verließen, sei unklar.

Bei den drei Toten handelt es sich um einen 20-jährigen Mann und zwei 80 Jahre alte Eheleute. 13 Menschen wurden verletzt, drei davon schwer. Die Leichen lagen mehrere Dutzend Meter von den Wracks entfernt. Zur genauen Klärung des Geschehens hat die Polizei Ulm eine Ermittlungsgruppe eingerichtet. Hinweise auf einen Geisterfahrer oder Alkoholkonsum der beteiligten Autofahrer gebe es nicht.

Betrunkener Lette wendet auf der Autobahn

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Ein weiterer fataler Unfall ereignete sich am Neujahrstag auf der A1 in der Nähe von Bremen. Ein Wendemanöver eines betrunkenen Lkw-Fahrers mit einem 40-Tonner kostete zwei Menschen das Leben, als ihre Fahrzeuge auf den Lastwagen prallten. Bei den beiden Toten handelt es sich um einen 26 Jahre alten Mann und eine 20 Jahre alte Frau aus Hannover. Insgesamt waren elf Fahrzeuge an dem Massenunfall beteiligt, sagte ein Polizeisprecher. Zwei Menschen wurden dabei leicht verletzt. Der 47 Jahre alte Unfallverursacher sei volltrunken aus seinem Führerhaus geholt worden, sagte ein Polizeisprecher.

Der Fahrer des Sattelzuges aus Lettland war am Neujahrsabend im Autobahndreieck Stuhr in Niedersachsen über die Ausfahrt entgegengesetzt zur Fahrtrichtung auf die Autobahn gefahren. Als der Fahrer seinen Fehler bemerkte, wendete er auf der dreispurigen Strecke. Der querstehende Lastzug wurde für mehrere Autofahrer zum unausweichlichen Hindernis. Autos rutschten auf der feuchten Fahrbahn in die Leitplanken oder kollidierten mit anderen Wagen. Der Autobahnabschnitt musste für die Aufräumarbeiten mehrere Stunden zum Teil voll gesperrt werden. Den Gesamtschaden schätzte die Polizei auf rund 85.000 Euro.

Der LKW-Fahrer beging nach dem Crash Fahrerflucht.
Der LKW-Fahrer beging nach dem Crash Fahrerflucht.(Foto: dpa)

Nach dem Unfall flüchtete der 47-Jährige mit seinem leicht beschädigten Fahrzeug Richtung Hamburg. Bei Oyten stoppten Polizeibeamte den Sattelzug. Der betrunkene Mann wurde vorläufig festgenommen. Derzeit er im Polizeigewahrsam in Delmenhorst untergebracht, sagte ein Sprecher. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Verden wurde Haftbefehl erlassen.

Zwei Tote in Österreich

Zwei Deutsche starben unterdessen in der Silvesternacht auf Österreichs Straßen: Ein 52-jähriger Mann aus Nordrhein-Westfalen prallte kurz nach dem Jahreswechsel mit seinem Auto im Kienbergwand-Tunnel bei St. Gilgen frontal gegen die Tunnelwand. Der Notarzt konnte nur noch den Tod des Mannes feststellen, wie die Salzburger Polizei mitteilte. Die Unfallursache war noch nicht geklärt.

Zudem übersah ein Taxifahrer in Saalbach im Bundesland Salzburg einen dunkel gekleideten 16-Jährigen aus Rheinland-Pfalz. Als der Koblenzer eine Straße im Ortsgebiet überquerte, kollidierte er mit dem ungebremsten Auto und wurde auf die Fahrbahn geschleudert. Der Urlauber erlag seinen schweren Verletzungen wenig später im Krankenhaus in Zell am See.

Im niederländischen Dorf Raard wurden 17 Menschen verletzt, als ein Auto in eine Menschengruppe an einem Neujahrsfeuer raste. Drei Zuschauer erlitten schwere Verletzungen, teilte die Polizei mit. Die Ursache des Unglücks sei noch unklar. Die 42 Jahre alte Autofahrerin hatte nach Angaben der Polizei keinen Alkohol getrunken. Gegen ein Uhr nachts standen rund 40 Menschen um das Feuer in dem friesischen Dorf, als das Auto mit einer Geschwindigkeit von etwa 60 Stundenkilometern in die Menge raste.

Quelle: n-tv.de

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