Panorama
Verschwand die Boeing über Phuket?
Verschwand die Boeing über Phuket?(Foto: stepmap.de)
Freitag, 14. März 2014

"Absichtlich und professionell gelenkt": Flog MH370 zu den Andamanen?

Neue Informationen - und noch mehr Verwirrung um die verschollene Boeing. Militärische Radarsysteme haben angeblich nach dem letzten Kontakt zur vermissten Boeing ein unbekanntes Flugzeug registriert. Es könnte sich dabei um Flug MH370 gehandelt haben.

Was geschah mit MH370?
Was geschah mit MH370?(Foto: dpa)

Die Suche nach der verschwundenen Boeing 777-200 der Malaysia Airlines mit 239 Menschen an Bord nimmt immer mysteriösere Züge an. Neuen Informationen zufolge haben offenbar Radarsysteme des malayischen Militärs das vermisste Flugzeug nach dem letzten offiziellen Kontakt geortet: Die fragliche Maschine sei absichtlich zu den Andamanen, einer Inselgruppe im Indischen Ozean, gelenkt worden, wie die Nachrichtenagentur Reuters aus Ermittlerkreisen erfahren haben will.

Es sei ein unidentifiziertes Flugzeug registriert worden, hieß es. Die Ermittler vermuten dem Bericht zufolge, es handle sich dabei um den verschollenen Flug MH370. Das Flugzeug sei einer Route zwischen zwei Navigations-Wegpunkten gefolgt - ein Hinweis darauf, dass es von einem erfahrenen Piloten gelenkt worden sei. Solche Wegpunkte helfen Piloten normalerweise, sich an bewährten Flug-Korridoren zu orientieren.

Zudem verlautet aus Ermittlerkreisen, die Untersuchungen konzentrierten sich nun zunehmend darauf, dass jemand absichtlich den Flug umgelenkt habe. Wegen der Brisanz dieser Informationen bestünden die Informanten darauf, anonym zu bleiben, berichtet Reuters weiter. Die Quellen seien nicht autorisiert, über diese Details zu sprechen.

Flug MH370 - die Fakten

Seit 7. März gilt ein Passagierflugzeug der Malaysia Airlines mit insgesamt 239 Menschen an Bord als verschollen. Automatisch übermittelte Triebwerksdaten könnten neue Hinweise auf den Verbleib der Boeing 777-200ER liefern.

Ausgestattet ist die Maschine mit zwei Triebwerken vom Typ "Trent 800" des britischen Herstellers Rolls-Royce. Die beiden Antriebseinheiten senden unabhängig vom Cockpit automatische Daten zur technischen Überwachung verschiedener Leistungs- und Wartungsparameter.

Im Rahmen des sogenannten "Engine Condition Monitoring" übermitteln Funksender in regelmäßigen Abständen Datenpakete mit Informationen zu Triebwerksleistung, Flughöhe und Geschwindigkeit an ein Rechenzentrum am Boden.

Im Fall der vermissten Boeing mit der Registrierung 9M-MRO gingen die Daten Medienberichten zufolge an ein Kontrollzentrum im britischen Derby.

Damit tragen diese neuen Angaben nicht viel zur Klärung bei - im Gegenteil, sie werfen nur neue Fragen auf. Wenn es belastbare Hinweise gibt, wieso gibt es dann noch keine offizielle Stellungnahme? Warum legen die Militärs ihre Erkenntnisse erst mehrere Tage nach dem Verschwinden der Maschine offen?

Neue Satelliten-Daten?

Ungeachtet eines klaren Dementis aus Malaysia hatte das "Wall Street Journal" zuvor erneut einen Bericht bekräftigt, wonach malaysische Satelliten noch Stunden nach der letzten durch Radar bekannten Position des Fluges MH370 Signale der technischen Ferndiagnose - sogenannte Pings - erhalten hätten. "Die Satelliten erhielten auch Informationen über Geschwindigkeit und Flughöhe", schreibt das Blatt unter Berufung auf Ermittlerkreise. Es sei unklar, warum die Pings schließlich aufhörten. Es sei nicht ausgeschlossen, dass das System, das die Signale aussendete, manuell deaktiviert worden sei.

Inzwischen bestätigen die Berichte des CNN auch die Angaben des "Wall Street Journal". Der Sender berichtet unter Berufung auf eigene Quellen, dass das Flugzeug noch Stunden nach dem letzten Transponder-Signal Pings gesendet habe. Dies wäre ein deutlicher Hinweis darauf, dass der Transponder von Hand und mit voller Absicht abgeschaltet worden sein könnte.

Ein US-Ermittler habe dem Sender gesagt, diese Daten legten nahe, dass die Maschine Kurs auf den Indischen Ozean genommen habe - in deutlicher Abweichung zur ursprünglichen Route. Es gebe eine "hohe Wahrscheinlichkeit", dass das Flugzeug nun auf dem Grund des Indischen Ozeans liege, zitiert der Sender einen US-Offiziellen.

Die Fluggesellschaft Malaysia Airlines bestreitet weiterhin, solche Daten je erhalten zu haben. Dem Flugzeughersteller Boeing zufolge habe die Fluggesellschaft auch über Boeing selbst keinen entsprechenden Wartungsservice gebucht, der die Flugdaten über Satelliten im Auge behalte, schreibt das "Wall Street Journal". Wartungssignale soll dagegen der Hersteller der Triebwerke empfangen haben. In einer Stellungnahme bemühte sich Rolls Royce um Zurückhaltung. Das Unternehmen biete "den Behörden und der Fluggesellschaft Malaysia Airlines weiterhin seine volle Unterstützung" an, hieß es.

"Ereignis" am Meeresgrund?

Derweil haben chinesische Forscher ein "Ereignis" am Meeresboden gemessen und dies als eine mögliche Spur zu der seit fast einer Woche verschollenen Boeing gewertet. Die Informationen passen allerdings nicht zu den Signalen, die das Flugzeug vermeintlich noch stundenlang gesendet haben soll.

Seismologen und Physiker berichten, eineinhalb Stunden nachdem der Kontakt zu dem Flug MH370 am Samstag abgebrochen war, hätten sie eine "Besonderheit" auf dem Meeresboden zwischen Malaysia und Vietnam gemessen. Die Wissenschaftler von der Universität für Wissenschaft und Technologie sagten, dass das "Ereignis" von einem in das Meer gestürzten Flugzeug ausgelöst worden sein könnte.

Quelle: n-tv.de

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