Panorama

Rassistische Facebook-KommentareFlüchtlingsbehörde entlässt Mitarbeiter

23.06.2014, 19:40 Uhr
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Der Vorgänger des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge existiert bereits seit 1946. (Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)

Ein Mitarbieter des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge verbreitet diskrimierende Kommentare auf Facebook. Die Behörde ordnet die sofortige Entlassung an - der Betroffene zeigt Unverständnis.

Nach rassistischen Äußerungen auf der behördeneigenen Facebook-Seite hat das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) einen Mitarbeiter mit sofortiger Wirkung entlassen. Die Äußerungen des als Aushilfe beschäftigten Mannes seien für das Bundesamt "in keiner Weise tragbar", erklärte die Behörde.

Die "Nürnberger Nachrichten" hatten über die Probleme einer dunkelhäutigen Familie bei der Wohnungssuche berichtet. Diese fühlte sich von vielen Vermietern diskriminiert. Einige hätten bei Besichtigungen selbst den Handschlag verweigert.

Auf der Facebook-Seite des Bundesamtes kommentierte der Mitarbeiter den Bericht mit der Aussage, "Afrostämmige" besäßen nur einen "partiellen Ordnungssinn", und schlug vor, diese in einem "Kultivierungsseminar zu europäisieren". Auf seine Entlassung reagierte der Mann in einem weiteren Facebook-Kommentar mit Unverständnis.

Der entsprechende Kommentar wurde inzwischen gegen den Wunsch der Bamf von der Facebook-Seite entfernt. Die Behörde ließ den rassistischen Kommentar zunächst stehen, um den Meinungsaustausch anzuregen und schrieb anschließend: "Beleidigende und/oder rassistische Äußerungen sind für uns als Bundesbehörde in keinster Weise tragbar. Auch dann nicht, wenn sich diese Äußerungen hinter einer vermeintlichen 'Meinungsfreiheit' verbergen und Kritik an Äußerungen als 'Redeverbot' oder 'Zensur' betitelt wird."

Quelle: ntv.de, lsc/dpa

Bundesamt für Migration und Flüchtlinge