Panorama
Trauer an der A5: Bei dem Unfall kamen sechs Menschen ums Leben.
Trauer an der A5: Bei dem Unfall kamen sechs Menschen ums Leben.(Foto: dpa)

Horrorcrash auf der A5: Geisterfahrer war betrunken

Noch immer rätselt die Polizei, wie es zu dem katastrophalen Unfall auf der A5 bei Offenburg kommen konnte. Der Lösung sind die Ermittler nun aber zumindest näher gekommen: Der 20-Jährige hat vor der Fahrt viel Alkohol getrunken. Derweil debattiert die Politik darüber, wie Falschfahrer in Zukunft besser aufgehalten werden können.

Der 20 Jahre alte Geisterfahrer, der am Sonntag bei Offenburg einen Unfall mit sechs Toten verursacht hat, ist betrunken gewesen. 1,9 Promille Alkohol seien im Blut des Mannes bei der Obduktion festgestellt worden, teilte die Polizei mit. Es könne aber noch nicht sicher gesagt werden, ob dies den Unfall verursacht hat, sagte ein Sprecher. Derzeit würden beispielsweise Zeugen befragt, ob der 20-Jährige vor dem Unfall Schlangenlinien fuhr.

Video

Der Mann aus dem badischen Ortenaukreis war am frühen Sonntagmorgen auf der Autobahn 5 bei Offenburg als Geisterfahrer unterwegs. Hinweise auf einen Suizid haben die Ermittlungen zunächst nicht erbracht. Zeugen zufolge hatte der Mann die Stunden vor dem Unfall in verschiedenen Lokalen verbracht.

Der Unfall hatte eine neue Debatte über einen besseren Schutz vor Falschfahrern in Deutschland ausgelöst. Das Bundesverkehrsministerium will prüfen, ob neue Warnmethoden mit Schildern und Fahrbahnmarkierungen erfolgsversprechend sein könnten. Aus einem seit 2010 laufenden Pilotversuch in Bayern werden zum Jahresende erste Zwischenergebnisse erwartet, wie ein Sprecher erläutert hatte. Danach werde untersucht, ob und in welcher Form solche Instrumente womöglich auf ganz Deutschland ausgeweitet werden sollten.

Schilder helfen nicht gegen Selbstmörder

Konkret geht es um die Aufnahme der neonfarbenen Warntafel mit einer schwarzen Stopp-Hand als regelgerechtes Schild in die Straßenverkehrsordnung. Bei dem Pilotversuch an der A8 in Bayern wird an Anschlussstellen und Ausfahrten von Tank- und Rastplätzen getestet, inwiefern Warntafeln, Fahrbahnmarkierungen oder Kombinationen aus beidem Wirkung zeigen.

Die Bundesanstalt für Straßenwesen untersucht daneben in einer Studie, wie viele Geisterfahrten es tatsächlich gibt und was die Ursachen und Begleitumstände sind. Ziel ist, versehentliche Falschfahrten zu verhindern. Als kaum möglich gilt hingegen, vorsätzliche Geisterfahrer mit Warnhinweisen zu stoppen. Im Verkehrsfunk werden nach Ministeriumsangaben jährlich rund 1700 Geisterfahrer gemeldet.

Zur Debatte stehen auch Fahrbahnkrallen, die in falscher Richtung auf Autobahnen fahrende Autos mechanisch stoppen. Gegen diese Methode sprechen die hohen Kosten. In Deutschland gibt es mehrere Tausend Anschlussstellen. Hinzu kommen Auffahrten von Parkplätzen und Tankstellen.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen