Panorama

Altkanzler wird 95Hamburg gratuliert Helmut Schmidt

23.12.2013, 11:27 Uhr
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Hanseatisch knapp: "Glückwunsch, Helmut Schmidt!" (Foto: Twitter / @Deichkind77)

Seit der Sturmflut von 1962 zählt Helmut Schmidt in Hamburg zu den populärsten Politikern. Kein Wunder, dass man sich zum 95. Geburtstag des Altkanzlers etwas einfallen lässt. Schmidt wird Hamburg auch treu bleiben - weit reisen will er nicht mehr.

Mit Glückwünschen auf Anzeigetafeln und Laufbändern haben die Hamburger Verkehrsbetriebe den 95. Geburtstag von Altkanzler Helmut Schmidt gefeiert. "Glückwunsch, Helmut Schmidt!" war etwa auf Bahnsteigen oder an Bussen zu lesen. Auf Twitter wurden mehrere Bilder mit den Glückwünschen veröffentlicht.

Umfragen zufolge ist Schmidt das größte lebende Vorbild der Deutschen. Auch bei der Frage nach dem bedeutendsten Kanzler lag er zuletzt vorne. Er war von 1974 bis 1982 Bundeskanzler.

Schmidt, der 1918 in Hamburg geboren wurde, ist einer der bekanntesten Söhne der Stadt. Hier startete er auch seine politische Karriere. Von 1961 bis 1965 war Schmidt Senator der Polizeibehörde beziehungsweise Innensenator. Bundesweit bekannt wurde er, als er in dieser Funktion die Sturmflut von 1962 managte. Dabei agierte er teilweise ohne gesetzliche Grundlage und griff auf Ressourcen von Bundeswehr und Nato zurück. Doch der Einsatz machte ihn in Hamburg ungemein populär.

Mit 95 Jahren will er jedoch keine Reisen ins Ausland mehr unternehmen. "Eine letzte Abschiedsreise habe ich gerade hinter mir: nach Moskau, ein Besuch bei Präsident Wladimir Putin und bei meinen Freunden, Russlands Ex-Ministerpräsident Jewgenij Primakow und dem ehemaligen Botschafter Valentin Falin", sagte Schmidt der "Bild"-Zeitung. "Alle anderen Abschiedsreisen habe ich gemacht: Washington, New York, London, Paris, Rom, Singapur, Peking. Das war's."

Kein Menthol-Zigaretten-Vorrat

Angst vor einem Verbot seiner geliebten Menthol-Zigaretten hat Vielraucher Schmidt nach eigenen Angaben nicht. Er horte auch keine und habe nie mehr als drei Stangen Vorrat, sagte er. Im Jahre 2021, wenn das EU-Verbot frühestens greife, "wäre ich 103 oder liege längst in Hamburg-Ohlsdorf auf dem Friedhof. Also keine Sorge!"

Bundespräsident Joachim Gauck würdigte Schmidt derweil als Vorbild für künftige Politikergenerationen. "In Ihren öffentlichen Ämtern, ganz besonders im Amt des Bundeskanzlers, haben Sie Großes geleistet", schrieb Gauck in einer Glückwunschbotschaft. Der Beitrag des Sozialdemokraten "zum inneren Frieden der Bundesrepublik und zur Mehrung des deutschen Ansehens in der Welt" werde "zu Recht in die Geschichtsbücher eingehen".

Nach Ansicht Gaucks hob er sich durch Tugenden wie "Unabhängigkeit des Geistes, Mut und Pflichtbewusstsein" hervor, die sicherlich "auch künftigen Politikergenerationen Vorbild sein" würden.

Quelle: ntv.de, mli/AFP/dpa

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