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Harry im Cockpit eines Apache-Kampfhubschraubers.
Harry im Cockpit eines Apache-Kampfhubschraubers.(Foto: dpa)

Prinz Harry aus Afghanistan zurück: "Ja, ich habe Taliban getötet"

Fünf Monate lang kämpft Prinz Harry als Bordschütze eines Kampfhubschraubers in Afghanistan. Jetzt teilt er den Briten mit, dass er während seines Einsatzes Menschen getötet hat. Auch über die Partie Nackt-Billard in Las Vegas spricht Harry. Das sei ein Fall von "wahrscheinlich zu viel Armee und zu wenig Prinz" gewesen.

Prinz Harry bestimmt wieder einmal die Titelseiten britischer Medien. Seine Berichte über seinen fünfmonatigen Afghanistaneinsatz berühren das Inselvolk. Vor allem ein Geständnis: "Ein Leben zu nehmen, um eines zu retten, darum drehte es sich bei uns". Das sagte er der britischen Nachrichtenagentur PA. Auf die Frage, ob auch er Taliban getötet habe, antwortet Harry: "Ja, so wie viele andere auch." Wer versucht habe, seinen Kameraden etwas anzutun, sei "ausgeschaltet worden".

Die Hand an der Waffe: Prinz Harry stürmt zum Einsatz.
Die Hand an der Waffe: Prinz Harry stürmt zum Einsatz.(Foto: dpa)

Die Boulevardzeitung "Sun" sinniert darüber, mit welch kühler Sprache Harry in diversen Interviews nach seiner Rückkehr über seinen tödlichen Job gesprochen habe. Das Blatt beschreibt ihn als abgeklärten Profi und zitiert Sätze wie: "Wir sind mitunter bis zu vier Stunden am Stück auf einer Mission, was nicht gerade gut für die Blase ist."

Der "Daily Mirror" setzt ihn dagegen als tapferen Soldaten in Szene: "Im Flug über dem umkämpften Helmand war Prinz Harry nur allzu bewusst, dass sein Apache-Helikopter jederzeit abgeschossen werden könnte", heißt es in der Zeitung. "Und der 28-Jährige hat gewusst, dass er keine andere Wahl hat, die Taliban zuerst auszuschalten, wenn er in ihr Sichtfeld gerät."

Papa ermahnt ihn immer

Prinz Harry war bereits im Winter 2007/2008 zehn Wochen als Fliegerleitoffizier am Hindukusch. Der Einsatz wurde damals aber aus Sicherheitsgründen abgebrochen, nachdem sein Aufenthaltsort bekannt geworden war. Nun war Harry als Bordschütze eines Apache-Kampfhubschraubers in der unruhigen südlichen Provinz Helmand im Einsatz.

Im Camp Bastion, wo er stationiert war, lebte er nach eigenen Angaben "so normal wie möglich". Er sei auch "einer von den Jungs" gewesen und genauso behandelt worden. In der Armee ist er nicht "Prinz Harry", sondern "Captain Harry Wales". Dennoch fiel er natürlich auf. Und es hat ihn nach eigenen Angaben gestört, von anderen Soldaten angestarrt worden zu sein, die er noch nie gesehen hat.

Der "Guardian" beschreibt vor diesem Hintergrund denn auch, wie hin und hergerissen der junge Mann angesichts seiner diversen Rollen gewesen sein muss - als Soldat, als Privatperson und als Prinz. Harry selbst spricht von seinen "drei Ichs", die er habe. "Da gibt es einen Schalter und den lege ich um, wenn nötig." Am meisten genieße er es jedoch, Captain Wales zu sein, sagte Harry.

"Zu viel Armee" beim Nackt-Billard

Der Vorfall in Las Vegas, wo er bei einer Partie Nacht-Billard fotografiert worden war, sei ein Fall von "wahrscheinlich zu viel Armee und zu wenig Prinz" gewesen. Er habe sich selbst und seine Familie enttäuscht, sagte Harry weiter.

Zugleich betonte er, der Vorfall habe sich in einem privaten Umfeld ereignet, "und es sollte ein gewisses Maß an Privatheit geben, das man erwarten kann".

Als er wieder nach Hause gekommen sei, hätten seine Freunde sehr zu ihm gehalten. Er deutete an, dass sein Vater nicht begeistert von dem Vorfall war. Der erinnere ihn ständig daran, "wer ich bin und so ein Zeug". In der Armee sei es jedoch leicht, das zu vergessen. "Ich komme gut mit den Jungs zurecht und ich mag meinen Job. So einfach ist das."

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Quelle: n-tv.de

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