Tödlicher Überfall auf WeingutJugendliche verurteilt
Bewaffnet und maskiert überfällt eine Gruppe junger Männer ein kleines Weingut in der Südpfalz. Einer von ihnen ersticht den Enkel des Winzers. Nun sind die ersten Urteile gesprochen. Doch die Bluttat wirft weiterhin Fragen auf.
Es war wohl nur ein Gerücht, doch es hatte fatale Folgen: Vier junge Männer hörten von einem Koffer mit 60.000 Euro, der angeblich in einem kleinen südpfälzischen Weingut versteckt war - und beschlossen einen Überfall. Am Ende war der 17-jährige Enkel des Winzerpaares tot. Das Landauer Landgericht sprach jetzt die ersten Urteile in dem Fall. Einer der Täter muss eine vierjährige Jugendstrafe absitzen. Ein anderer, der Schmiere stand, bekam zwei Jahre auf Bewährung. Der Prozess gegen den mutmaßlichen Haupttäter steht noch aus.
Bewaffnet mit einem Baseballschläger, einer Schreckschusspistole und einem Klappmesser fuhren die 17- bis 21-Jährigen am späten Abend des 14. November 2011 in den kleinen Ort und suchten das Weingut. Dort angekommen, maskierten sich zwei mit Strumpfhosen, schlugen eine Scheibe ein und bedrohten das aus dem Schlaf geschreckte Winzer-Ehepaar. In dem Moment kam wohl der Enkel hinzu, um seinen Großeltern zu helfen und griff den mit dem Messer bewaffneten 17-Jährigen an, wie Richter Helmut Kuhs sagte. Dieser stach daraufhin viermal zu und floh zusammen mit seinen Komplizen. Eine "unfassbare und sinnlose Tötung", sagte Kuhs.
Der Hauptverdächtige war in den Libanon geflohen und soll demnächst angeklagt werden. Er hatte nach seiner Auslieferung in der vergangenen Woche die tödlichen Stiche gestanden. Der ebenfalls geständige Fahrer des Fluchtautos wird zunächst psychiatrisch begutachtet, sein Verfahren wurde abgetrennt.