Panorama

"Ekelerregende Paparazzi": Kachelmann twittert sich frei

Während die juristische Auseinandersetzung für Kachelmann in die nächste Runde geht, nutzt der Wettermoderator Twitter, um seinem Ärger über einen Teil der Medien Luft zu machen. So stellt er "ekelerregende Paparazzi von Huberts, Liz' oder Friedes Gnaden" bei der Jagd auf ihn bloß.

"In der super illu, einem der traurigen gewaechse aus den elendsvierteln des deutschen journalismus von hubert burda steht wohl, dass ich...", schrieb Jörg Kachelmann am Tag der Urteilsverkündung, "...heute mit etwas sehr brisantem in die oeffentlichkeit gehen wuerde. Ok. Focus luegt, bunte luegt, aber superillu soll anders sein." Der Wettermoderator machte die Leser seines Twitteraccounts am 31. Mai neugierig. Was würde er verraten? "Deshalb die brisante nachricht: die kaltfront ist unterwegs und morgen ist es in weiten teilen deutschlands viel kaelter." Ha, reingefallen – wer immer glaubte, Kachelmann würde in 140 Zeichen etwas zur Urteilsverkündung verraten, wurde enttäuscht. Der Wettermoderator hatte sensationslustige Leser ins Leere laufen lassen und einmal mehr den von ihm verachteten Medien einen schmähvollen Seitenhieb verpasst.

Seit dem 8. Januar 2010 ist Kachelmann bei Twitter aktiv, etwa einen Monat später begann er das Kurznachrichtenmedium im Internet zu nutzen, um seine Leser in 140 Zeichen regelmäßig mit Neuigkeiten rund ums Wetter zu versorgen. Warnungen vor Sturmfronten, Hinweise für die Schneezuverlässigkeit bei den Olympischen Spielen in Kanada oder einfach der meteorologische Ausblick auf die nächsten Tage – unkonventionell, umgangssprachlich und hart im Umgang mit falschen Wettervorhersagen meldete sich Kachelmann täglich zu Wort. Kurz vor seiner Festnahme im März 2010 stoppte sein Nachrichtenstrom, seit dem 24. Januar ist er wieder aktiv. Und mit der Rückkehr zu Twitter begann seine öffentliche Medienschelte.

"Blubbernde Mediensümpfe"

Möchte nicht zum hilflosen Opfer von Medienverfolgung werden: Kachelmann schlägt bei Twitter zurück.
Möchte nicht zum hilflosen Opfer von Medienverfolgung werden: Kachelmann schlägt bei Twitter zurück.(Foto: REUTERS)

Vor allem die "Größte Anzunehmende Zeitung" ("Bild") und die Medien des Verlagshauses Burda bekommen seitdem Kachelmanns Ärger über ihre Berichterstattung zu spüren. Vor allem dienten ihm falsche Wettermeldungen als Ventil, oder er nahm Berichte über die Atomkatastrophe in Fukushima, die Kachelmann intensiv bei Twitter begleitete, zum Anlass, um über sie herzuziehen. Seit Anfang April nutzt er den Internetdienst zudem, um sich öffentlichkeitswirksam gegen die Art der Berichterstattung zu wehren.

"Wir wollen über Hubert Burdas Schergen nicht die ewig eklig blubbernden Mediensümpfe unter Friede Springer vergessen", wies er etwa am Tag des Urteils auf eine Gegendarstellung in der "Bild"-Zeitung hin. Und seit seinem Freispruch setzt er sich offensiv gegen die Verfolgung durch "Ekelerregende Paparazzi von Huberts, Liz' oder Friedes Gnaden bei versuchter Persönlichkeitsrechtsverletzung" zu Wehr. Kachelmann fotografiert die Journalisten mit seinem Handy, spricht von "lichtscheuem Gesindel" und schreibt: "Das 'Pack' (frei nach RA Johan Schwenn) ist irgendwie etwas fotoscheuer als bei früheren Anlässen."

Dass es wirklich Kachelmann ist, der twittert, wird n-tv.de von der Schweizer Agentur Farner bestätigt, an die Kachelmanns Unternehmen Meteomedia auf Nachfrage verwiesen hat. Nähere Angaben oder Erklärungen will man nicht geben, der Moderator twittere schließlich selbst, das sei seine Sache. Und so lange Kachelmann weiter von Journalisten bestimmter Medien auf Schritt und Tritt verfolgt wird, wird er vermutlich den Spieß umdrehen und sie ihrerseits öffentlich bloßstellen und mit hämischen bis bösen Kommentaren versehen: "Wenn sich Leute wegdrehen, kriegt HB (Hubert Burda, Anm. der Redaktion) seine Drecksblätter nicht voll, das gilt immer und ist egal, ob die aufm Foto gerade filmen oder nicht."

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Quelle: n-tv.de

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