Panorama
Montag, 23. Februar 2015

Masern-Welle in der Hauptstadt: Kleinkind stirbt in Berlin an Masern

Seit Monaten grassieren in Berlin die Masern - nun stirbt ein kleines Kind an der Krankheit. Unklar ist, wie es sich angesteckt hat. Grund für die Erkrankungswelle ist der fehlende Impfschutz vieler Kinder.

Trotz des jüngsten Masern-Ausbruchs steht für das Bundesgesundheitsministerium eine Impfpflicht vorerst nicht zur Debatte.
Trotz des jüngsten Masern-Ausbruchs steht für das Bundesgesundheitsministerium eine Impfpflicht vorerst nicht zur Debatte.(Foto: picture alliance / dpa)

In Berlin ist ein Kleinkind an Masern gestorben. Das Kind im Alter von anderthalb Jahren sei bereits am 18. Februar in einem Krankenhaus der Infektionskrankheit erlegen, sagte Berlins Gesundheitssenator Mario Czaja. Wie es sich angesteckt hat, ist noch unklar. Der Fall sei beim Landesamt für Soziales und Gesundheit anonym gemeldet worden.

In Berlin grassiert seit Oktober eine Masern-Welle. Von Ausbruchsbeginn bis zum 23. Februar wurden 574 Masern-Fälle in der Hauptstadt gemeldet. Eine Sekundarschule in Berlin-Lichtenrade blieb am heutigen Montag vorsorglich geschlossen. Grund für die steigenden Zahlen ist vor allem die Tatsache, dass immer mehr Eltern ihre Kinder nicht gegen Masern impfen lassen. Masern schwächen das Immunsystem und können bei Komplikationen zu schweren Infektionen wie Lungen- und Gehirnentzündungen führen.

Czaja forderte auch Erwachsene auf, ihren Impfschutz zu überprüfen. "Es gibt viele Impfgegner, die Masern als Kinderkrankheit abtun", kritisierte er. Bei Kindern gebe es in Berlin eine Impfquote von rund 95 Prozent.

Angesichts der stark steigenden Masern-Zahlen wird auch über eine Impf-Pflicht in Deutschland diskutiert. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe hatte Impfgegner scharf kritisiert: "Die irrationale Angstmacherei mancher Impfgegner ist verantwortungslos", sagte Gröhe dem Blatt. "Wer seinem Kind den Impfschutz verweigert, gefährdet nicht nur das eigene Kind, sondern auch andere - das kann zu schweren Gesundheitsschäden führen."

Quelle: n-tv.de

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