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Cannabis ganz einfach auf dem Balkon anzubauen, wird in naher Zukunft sicher nicht möglich sein.
Cannabis ganz einfach auf dem Balkon anzubauen, wird in naher Zukunft sicher nicht möglich sein.(Foto: AP)

Stoff aus Apotheke zu teuer?: Kranke wollen Cannabis selbst anbauen

Cannabis lindert Schmerzen, das ist medizinisch unumstritten. Für manche Patienten ist der Konsum der Droge die einzige Behandlungsmöglichkeit. Fünf von ihnen ist der legale Kauf in der Apotheke aber zu teuer - dürfen sie die Pflanze bald selbst züchten?

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Fünf chronisch kranke Patienten wollen die Droge Cannabis zu Therapiezwecken selbst anbauen und klagen gegen ein Behördenverbot vor dem Kölner Verwaltungsgericht. Alle Fünf haben die Erlaubnis, Cannabisblüten aus der Apotheke zu erwerben und zu konsumieren. Der regelmäßige Kauf sei aber unerschwinglich, sagte der Anwalt eines Klägers zu Prozessbeginn in Köln.

Die Kosten von monatlich 800 bis 1000 Euro - der Kläger verdiene netto 1500 Euro - übernehme die Krankenkasse nicht. Und eine Therapie-Alternative gebe es nicht, wie die behandelnden Ärzte bescheinigten. Der Vorsitzende Richter Andreas Fleischfresser sagte, der Staat dürfe chronisch Kranken den Cannabis-Zugang nicht generell verbieten, wenn dies das einzige Mittel sei, das ihre Schmerzen lindere und wenn es keine Behandlungsalternative gebe.

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Die Frage streife grundsätzlich die auch politisch emotional geführte Debatte um eine Legalisierung bestimmter Drogen, sagte der Richter. Nur in Ausnahmefällen könne eine Erlaubnis zur Eigenherstellung erteilt werden, und dies in engen Grenzen. Eine solche Genehmigung hat es bisher in Deutschland laut Gerichtssprecher noch nicht gegeben.

Vertreter des beklagten Bonner Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hatten die Anbauanträge abgelehnt. Das Institut verwies auf große Risiken bei einer Eigenherstellung. Dass den Patienten Cannabis helfe, stehe zwar außer Frage, deshalb sei ihnen Erwerb und Konsum der Droge erlaubt worden. Es gehe aber nun um die Eigenproduktion großer Mengen von Betäubungsmitteln. Die Behörde befürchtet, dass sich die Kläger ein qualitativ fragwürdiges Arzneimittel herstellen und deshalb unerwünschte Nebenwirkungen auftreten. Das BfArM ist zudem der Ansicht,dass Eigenanbau nicht mit internationalem Recht vereinbar ist.

Kiffen gegen Hyperaktivität

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Die fünf Männer sind überwiegend im mittleren Alter. Zwei von ihnen haben Multiple Sklerose, zwei weitere chronische Schmerzen und ein anderer Kläger hat unter anderem ADHS. Alle haben eine lange Therapie hinter sich, nur Cannabis hilft ihnen. In den fünf Fällen will das Gericht am 22. Juli seine Entscheidung verkünden.

Bisher haben rund 270 Menschen in Deutschland eine Genehmigung für den Erwerb erhalten. Laut der Bonner Behörde müssen in einem der fünf verhandelten Fälle der Kläger rund 25 Hanfpflanzen gleichzeitig anbauen, um seinen Monatsbedarf von 100 Gramm Cannabisblüten zu decken. Seine gelagerte Menge sei dann größer als der Bestand in einer Apotheke.

Cannabispflanzen benötigen Tresor

Die Pflanzen will der Mann im Schlafzimmer seiner Zwei-Zimmer-Wohnung züchten. Die sei aber mit einem Türschloss nur unzureichend gesichert vor Diebstahl, so die Behörde. Für jede Pflanze müsse der Mann deshalb einen Wertschutzschrank anschaffen, damit so dieselben strikten Vorgaben wie für einen gewerblichen Anbau erfüllt werden.

Cannabis gilt als die am häufigsten konsumierte illegale Droge. Zugleich wird Cannabis-Inhaltsstoffen schmerzlindernde und krampflösende Wirkungen zugeschrieben. Der Anbau der Droge sei zwar verboten, erläuterte der Sprecher. Allerdings habe das Oberverwaltungsgericht in Münster erst im Juni entschieden, dass der Anbau zur Selbsttherapie im Einzelfall zulässig sei. Die Entscheidung darüber liege aber weiter bei der zuständigen Behörde. Und das ist die BfArM in Bonn.

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Quelle: n-tv.de

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