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Viele Studien weisen darauf hin, dass Cannabis arzneiliches Potenzial in der Schmerztherapie, bei Depressionen und bei vielen Autoimmunerkrankungen, wie beispielsweise Multipler Sklerose, Morbus Crohn hat.
Viele Studien weisen darauf hin, dass Cannabis arzneiliches Potenzial in der Schmerztherapie, bei Depressionen und bei vielen Autoimmunerkrankungen, wie beispielsweise Multipler Sklerose, Morbus Crohn hat.(Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)

Cannabis als Arzneimittel bei MS: Untersuchung dämpft Hoffnung

Seit 2011 gibt es das Medikament auch auf dem deutschen Markt: Sativex. Die Arznei auf Cannabis-Basis soll die nicht kontrollierbaren Spastiken von MS-Patienten lindern. Doch eine aktuelle Untersuchung bezweifelt die Wirksamkeit des Präparats: Die bisherigen Tests sind angeblich ungenügend.

Eine Auswertung medizinischer Studien stellt die Wirksamkeit eines Cannabis-Präparats für an Multipler Sklerose (MS) erkrankte Patienten infrage. Bisherige Studien über das auch in Deutschland zugelassene Medikament Sativex könnten die Wirksamkeit des Präparats nicht ausreichend beweisen, heißt es in einem am Mittwoch in der britischen Fachzeitschrift "Drug and Therapeutics Bulletin" veröffentlichten Aufsatz.

Die in den Studien enthaltenen Beweise seien "sehr mager", schreibt der Herausgeber der Fachzeitschrift, James Cave. Es sei daher sogar "erstaunlich", dass Sativex, das Muskelkrämpfe von MS-Patienten lindern soll, eine Zulassung erhalten habe. So hätten Versuche oft nur eine Dauer von wenigen Wochen gehabt. Untersuchungen über die Langzeitwirkung des Medikaments des britischen Pharmakonzerns CW Pharmaceuticals fehlten dagegen.

In einigen Studien sei zudem die Zahl der Versuchspersonen nicht ausreichend gewesen. In zwei Untersuchungen hätten die Versuchspersonen mehr als die empfohlene Tagesdosis des Sprays erhalten. Eine vom Untersuchungsdesign und von der Zahl der Teilnehmer her nicht zu beanstandende Studie habe keine deutliche Verbesserung der Symptome gezeigt.

CW Pharmaceuticals wies die Angaben der kritischen Studien-Auswertung zurück. "Wichtige Elemente" der klinischen Studien seien von den Autoren offenbar nicht verstanden worden. Kontrollbehörden in 22 Staaten hätten die Tests nicht beanstandet.

Weltweit leiden mehr als eine Million Menschen unter Multipler Sklerose, bei der das eigene Immunsystem die Schutzhülle von Nervenzellen zerstört. Typisch für die Krankheit sind Muskelkrämpfe.

Quelle: n-tv.de

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