Panorama
Dienstag, 22. September 2009

Mutter ertränkt Kinder: Lebenslang für Morde in Wanne

Zunächst leugnete sie die Tat, dann folgte das Geständnis: In Stuttgart ist eine Mutter zu lebenslanger Haft verurteilt worden, weil sie ihre zwei Kinder in der Wanne ertränkt hatte. Die Mutter habe nicht mehr verkraftet, dass diese sich auf die Treffen mit ihrem Vater freuten, hieß es.

Demand_Badewanne.jpgWeil sie ihre zwei Kinder ertränkte, ist eine Mutter vom Landgericht Stuttgart wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Gericht sah es in seinem Urteil als erwiesen an, dass die 42-Jährige im Mai ihren vierjährigen Sohn und ihre fünfjährige Tochter in der Badewanne ihres Hauses ertränkte. Danach versuchte sie demnach vergeblich, sich selbst das Leben zu nehmen. Die Frau leugnete die Tat zunächst, legte dann aber ein Geständnis ab.

Die 42-Jährige lockte ihre Kinder laut Gericht unter dem Vorwand in die gefüllte Wanne, sie baden zu wollen. Dann setzte sie sich zu ihnen in Wanne und tauchte ihren Sohn und ihre Tochter gleichzeitig unter Wasser. Anschließend schnitt sie sich mit Messern in die Handgelenke und warf einen Föhn in die Badewanne, um sich mit dem Stromschlag selbst umzubringen. Als dies nicht gelang, stieg sie aus dem Wasser und fügte sich weitere Schnittverletzungen am Hals zu. Schließlich legte sie sich durch den Blutverlust bereits entkräftet in das Bett ihrer ermordeten Tochter.

Zunächst Fremdangriff vorgeschoben

Am folgenden Tag wollte der von der Frau getrennt lebende Vater seine beiden Kinder abholen. Da die 42-Jährige die Tür nicht öffnete, informierte er zunächst Familienangehörige. Diese riefen schließlich die Polizei an, die die Haustür öffnete. Die Beamten fanden die Leichen der Kinder in der Badewanne und die Mutter verletzt im Bett ihrer Tochter.

Die Angeklagte leugnete die Tat zunächst. So gab sie in der Verhandlung an, von einem Mann niedergeschlagen worden zu sein, als sie aus dem Keller gekommen sei. Schließlich gab sie aber zu, ihre Kinder umgebracht zu haben. Als Motiv gab sie nach Gerichtsangaben an, wenige Tage zuvor die Stimme ihres verstorbenen Vaters aus dem Jenseits vernommen zu haben. Diese Stimme habe ihr die Tat nahegelegt.

Mutter wollte Kinder nicht mit Vater teilen

Das Gericht sah sie aufgrund eines psychiatrischen Gutachtens als voll schuldfähig an. "Nach Überzeugung der Kammer wollte die Angeklagte die Liebe der Kinder mit niemandem teilen", sagte der Vorsitzende Richter Wolfgang Pross. Sie habe nach der Trennung von ihrem Mann eifersüchtig über die Kinder gewacht und den Gedanken nicht ertragen, dass die Kinder auch den Vater liebten. Der Mord geschah am Jahrestag der Trennung vor einem Besuchswochenende der Kinder beim Vater. Zuvor hatte es zwischen den Eltern einen Sorgerechtsstreit gegeben. Die gelernte Industriekauffrau nahm das Urteil ohne besondere Gemütsbewegung hin.

Die Kammer folgte mit ihrem Urteil der Forderung der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte wegen Totschlags auf eine Strafe von nicht mehr als zehn Jahren plädiert.

Quelle: n-tv.de

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