Panorama

Intensivtäter schockte ganz Deutschland"Mehmet" handelt jetzt mit Waffen

11.01.2012, 12:23 Uhr
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Muhlis Ari bekam aus Datenschutzgründen den Namen "Mehmet". (Foto: picture-alliance / dpa)

Mehr als 60 Straftaten hat "Mehmet" verübt, als er zum ersten Mal aus Deutschland ausgewiesen wird. Vorher war er schlicht zu jung für eine Strafe. Der Fall beschäftigt Ende der 90er das ganze Land, zeigt Schwächen des Justizsystems auf. Inzwischen will der Ex-Intensivtäter ein "erfolgreicher Geschäftsmann" sein.

Er klaute, prügelte, erpresste und nötigte - "Mehmet" schockte Ende der 90er Jahre ganz Deutschland. Sein richtiger Name: Muhlis Ari. Damals konnte der sogenannte Intensivtäter zunächst strafrechtlich nicht belangt werden, weil er zu jung war. Er gab Interviews und wurde zur Symbolfigur einer stellenweise machtlosen Justiz. Therapien und Resozialisierungsversuche - alles scheiterte.

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Sein Fall beschäftigte ganz Deutschland. (Foto: picture-alliance / dpa)

Mehr als 60 Straftaten hatte er auf dem Kerbholz, als er 1998 schließlich strafmündig wurde und ihn die Stadt München nach einer besonders schweren Prügelei in die Türkei abschieben ließ. Doch "Mehmet" kam zurück nach Deutschland: Die Abschiebung war rechtswidrig, stellte der Bayerische Verwaltungsgerichtshof fest. 2005 schließlich wird der junge Mann wieder ausgewiesen, er hatte seine Eltern erpresst und verprügelt. Diesmal bleibt er in der Türkei.

Und nun? Ari lebt inzwischen in der türkischen Kleinstadt Cerkezköy, rund 80 Kilometer entfernt von Istanbul. Nach Informationen der "Bild"-Zeitung spürte ihn ein Fernseh-Team dort auf. Sein neuer Job: eine Art Waffenhändler. Ari verkauft Sportwaffen, besitzt eine Paintball-Anlage. "Damals war ich ein Kind, das nicht richtig gefördert wurde. Und heute bin ich ein erfolgreicher Geschäftsmann", sagt der 27-Jährige nach Angaben des Blattes. Die erste Abschiebung in die Türkei sei jedoch das Schlimmste gewesen, was er in seinem Leben erlebt habe.

Quelle: tes