Panorama

Entlastung für KachelmannMesser ist ohne DNA-Spuren

20.12.2010, 14:45 Uhr

Im Kachelmann-Prozess bleibt es widersprüchlich. Der Wettermoderator soll seine Freundin vergewaltigt und ihr ein Messer an den Hals gedrückt haben. Nun lassen sich aber laut Gutachter keine eindeutigen DNA-Spuren Kachelmanns an dem Messer finden.

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Kachelmann wird von seinen Anwälten Andrea Combe (rechts vorn) und Johann Schwenn zu Gericht begleitet. (Foto: dapd)

Hoffnung für Jörg Kachelmann: Die Spuren am angeblichen Tatmesser lassen sich nicht eindeutig dem Angeklagten zuordnen. Dies erklärte ein Sachverständiger des Landeskriminalamts Baden-Württemberg vor dem Landgericht Mannheim. Dem Fernsehmoderator wird vorgeworfen, er habe seine langjährige Geliebte vergewaltigt. Dabei soll er ihr laut Anklage ein Küchenmesser an ihren Hals gedrückt haben. Eindeutige DNA-Spuren Kachelmanns auf dem Messer finden sich jedoch nicht, so der Gutachter.

Auch scheinen die Untersuchungsergebnisse an der Messerklinge nicht zu dem angeblichen Tatablauf zu passen: Sowohl an der Messerspitze als auch am Rücken der Klinge finden sich überhaupt keine nachweisbaren DNA-Spuren, auch nicht des mutmaßlichen Opfers. Kachelmann soll ihr während der Tat den Messerrücken an den Hals gedrückt haben. "Es gibt keine Hinweise darauf, dass mit dem Rücken oder der Spitze Verletzungen herbeigeführt wurden", so der LKA-Experte Gerhard Bäßler.

Vernehmung läuft noch

Zunächst meinte Bäßler, mögliche Spuren könnten beim Einpacken des Messers in eine Plastiktüte verloren gegangen sein. Staatsanwalt Lars-Torben Oltrogge wies jedoch darauf hin, dass das Messer bei der Spurensicherung in einen speziellen Karton verpackt und mit sterilem Kabelbinder fixiert wurde. "Dann können wir das Thema Spurenverlust vernachlässigen", sagte Bäßler.

Kachelmanns Verteidiger Johann Schwenn zeigte sich deshalb zufrieden: "Es gibt keinen Sachbeweis dafür, dass die Aussage der Nebenklägerin richtig ist." Die weitere Vernehmung des Sachverständigen läuft derzeit noch..

Quelle: dpa