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Es braut sich etwas zusammen über Deutschland.
Es braut sich etwas zusammen über Deutschland.(Foto: dpa)

Schnee am Wochenende möglich: Orkantief "Heini" fegt über Deutschland

Fans der kalten Jahreszeit warten sehnsüchtig auf den Wintereinbruch. Für Turbulenzen können in den nächsten Tagen gleich drei Sturmtiefs sorgen, die über Deutschland erwartet werden. Und am Samstag könnte es dann schneien.

n-tv.de: Vergangene Woche Trockenheit und Niedrigwasser, diese Woche viel Regen und Überschwemmungen im Norden und am Wochenende soll sogar der Winter vorbeischauen. Ganz schön was los beim Wetter, oder?

Björn Alexander: Das ist es. Und dabei fehlt zunächst einmal die wichtigste Komponente der kommenden Stunden und Tage: der Wind. Bevor am Wochenende die Kaltluft kommt, werden uns bis einschließlich Freitag drei Sturmtiefs überqueren.

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Was erwartet uns?

In der Nacht zum Mittwoch zieht das Hauptsturmfeld von Orkantief "Heini" über uns hinweg.

"Heini" klingt eigentlich harmlos.

Na ja, die Namenvergabe der Hochs und Tiefs durch die Freie Universität Berlin erfolgt immer im Vorjahr, so dass die Namen nicht zwangsläufig zum Charakter der Wettererscheinungen passen.

Auf wie viel Wind müssen wir uns einstellen?

Auf dem Brocken im Harz werden Windgeschwindigkeiten von bis zu 160 km/h erwartet.
Auf dem Brocken im Harz werden Windgeschwindigkeiten von bis zu 160 km/h erwartet.(Foto: imago/Jakob Hoff)

Von Westen her nimmt der Wind am Abend und in der Nacht deutlich zu. Gleichzeitig ziehen neue Regengüsse, später im Nordwesten auch Gewitter auf. Auf den Bergen und in der Nähe der teils kräftigen Schauer weht es am heftigsten. Im Bergland und an den Küsten sind es oft 100 bis 130 km/h. Auf dem Brocken im Harz bis Tempo 160. In den tieferen Lagen dürften sich die höchsten Windspitzen bei 80 bis 110 km/h bewegen. Die östlichen Landesteile sind erst ausgangs der Nacht und in den Morgenstunden im Bereich der stärksten Böen. Es bleibt dabei ausgesprochen mild mit Tiefstwerten zwischen 14 und 8 Grad.

Drohen durch den Sturm größere Schäden?

Das ist immer schwer vorherzusagen. Aber Windbruch an Bäumen und Schäden an einzelnen Gebäuden sind bei solchen Windgeschwindigkeiten natürlich nie auszuschließen.

Wie geht es mit dem Sturm weiter?

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Am Mittwoch bleibt es in der Nordosthälfte noch lange stürmisch und wolkenreich. Im Westen und Süden wird der Wind vorübergehend etwas schwächer und die Sonne setzt sich sich häufiger durch. Dabei bleibt es mild mit Höchstwerten zwischen 10 Grad auf den Gipfeln der östlichen Mittelgebirge und bis 17 Grad mit der meisten Sonne an den Alpen sowie am Oberrhein. Am Abend und in der Nacht legt der Wind dann allerdings von Westen her aufs Neue zu.

Und das nächste Sturmtief kommt?

Genau. Jedoch ist die Zugbahn und die Stärke noch nicht wirklich exakt zu prognostizieren. Das gilt sowohl am Donnerstag als auch am Freitag. Aus heutiger Sicht wird es wahrscheinlich am Donnerstag über der breiten Mitte am meisten stürmen. Freitag ist tendenziell die Südhälfte dran.

Wie wird das Wetter?

Am Donnerstag im Süden noch länger freundlich. Im übrigen Land wolkig oder unbeständig und teils nass bei milden 10 bis 18 Grad. Freitag dann auch im Süden zunehmend regnerisch und stürmisch. Derweil kommt über der Nordhälfte her ein erster Schwall kühler Polarluft heran, in der die Schneefallgrenze am Samstag schon mal auf etwa 500 Meter sinkt.

Schneefall auch im Flachland lässt sich nach dem Temperatursturz am kommenden Samstag nicht mehr ausschließen.
Schneefall auch im Flachland lässt sich nach dem Temperatursturz am kommenden Samstag nicht mehr ausschließen.(Foto: picture alliance / dpa)

Was machen die Temperaturen?

Am Freitag setzt sich von Nordwesten her die Kaltluft durch. Zuvor sind nochmals Höchstwerte von 7 bis 15 Grad. Der Samstag bringt dann nur noch 0 bis 8 Grad. Dabei ist es im Flachland oft nasskalt und windig. Auf den Bergen zunehmend winterlich.

Winterreifen?

Es sieht so aus. Wer sie noch nicht drauf hat: an den Wechselstationen und in den Werkstätten könnte es eng werden.

Wird es auch im flacheren Land für Schnee reichen?

Das ist am nochmals kälteren Sonntag zumindest nicht mehr auszuschließen. Kalt genug ist es mit Tageshöchstwerten zwischen minus 2 und plus 5 Grad. Nur wo und ob sich Niederschläge bilden, das lässt sich heute noch nicht vorhersagen.

Und in der nächsten Woche: Winter oder nicht?

Da gehen die zwei maßgeblichen Langfristmodelle nach heutigem Stand auseinander. Nach dem Modell des englischen Wetterdienstes bleibt’s frühwinterlich kalt. Nach dem US-amerikanischen Modell bekommen wir ab der Wochenmitte wieder mildere Temperaturen. Was jedoch relativ sicher erscheint ist, dass wir uns am Montagmorgen im Berufsverkehr gebietsweise auf Glätte durch Frost, Schnee oder Schneematsch einstellen müssen.

Quelle: n-tv.de

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