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Erste Hilfe am Unfallort: Rettungskräfte bemühen sich in Paris um die beiden Schwerverletzen.
Erste Hilfe am Unfallort: Rettungskräfte bemühen sich in Paris um die beiden Schwerverletzen.(Foto: dpa)

Zwei Schwerverletzte in Paris: Orkantief "Ruzica" wütet über Europa

Der Wintersturm erreicht Deutschland: In Rheinland-Pfalz reißen die Böen einen Baum auf die Schienen. Die Insassen einer Regionalbahn kommen mit dem Schrecken davon. Weniger Glück hat ein junges Paar in der französischen Hauptstadt.

Eine Regionalbahn ist zwischen Worms und Bingen in Rheinland-Pfalz in einen umgestürzten Baum gefahren. Verletzt wurde bei dem Unfall niemand, wie die Bahn am Abend mitteilte. Der Zug konnte die Fahrt aus eigener Kraft fortsetzen.

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Die Bahnstrecke wurde jedoch zeitweise komplett gesperrt: Die Feuerwehr musste ausrücken, um den Baum auf den Schienen zwischen Eppelsheim und Gundersheim zu zersägen. Der Bahnverkehr war für rund eineinhalb Stunden in beide Richtungen blockiert. Auslöser der teils heftigen Starkwindböen war Orkantief "Ruzica", das im Laufe des Tages den Westen Deutschlands erreichte.

In Paris riss der Sturm eine Werbetafel um und verletzte zwei Menschen schwer. Das Reklameschild stürzte im Westen der französischen Hauptstadt auf ein junges Paar, wie Polizei und Rettungskräfte mitteilten.

Die junge Frau wurde mit lebensgefährlichen Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht. Sie liegt ersten Angaben zufolge im Koma. Ihr Partner entkam den Trümmerteilen mit einem Beinbruch. In Frankreich wüteten zu Wochenbeginn Orkanböen mit Spitzengeschwindigkeiten von knapp 140 Stundenkilometern.

Für den Westen und Nordwesten Frankreichs hatten die Behörden für den Wochenbeginn eine dringende Sturmwarnung herausgegeben. Innenminister Bernard Cazeneuve rief die Bewohner der Küstengebiete am Atlantik, am Ärmelkanal und an der Nordsee zu "größter Vorsicht" auf. Météo France warnte vor "sehr hohen Wellen" und Überschwemmungen an der Küste durch die starken Winde.

In Westfrankreich waren zeitweise 14.000 Menschen ohne Strom. Schon in der Nacht auf Montag musste die Feuerwehr dutzende Male ausrücken, um umgestürzte Bäume zu beseitigen und beschädigte Strommasten zu sichern. Im Süden Englands führten Stürme mit Windgeschwindigkeiten von 155 Stundenkilometern und starke Regenfälle zur Schließung von Straßen und Unterbrechung von Zug- und Fährverbindungen. Bei etwa 5000 Häusern fiel die Stromversorgung aus. Die Behörden warnten vor Überschwemmungen. Meteorologen rechneten mit heftigen Winden im Südwesten, in Devon und Cornwall. Benutzer der Autobahnen wurden zur Vorsicht aufgerufen. Die Warnungen galten insbesondere für Motorradfahrer und Wohnwagen.

In Deutschland machte das Sturmtief "Ruzica" vielen Narren am Rosenmontag einen Strich durch die Rechnung. Nach Warnungen vor schweren Sturmböen wurden die Karnevalsumzüge in Düsseldorf und Mainz vorsorglich abgesagt.

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Quelle: n-tv.de

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