Wieder die Pitot-SondenPanne bei Air France
Sechs Wochen nach dem Absturz einer Air-France-Maschine über dem Atlantik gibt es bei der französischen Fluggesellschaft erneut einen Zwischenfall mit einem Geschwindigkeitsmesser.
Bei einem Flug von Rom nach Paris mit einem Airbus A320 sei die Geschwindigkeitsanzeige "jäh" ausgefallen, berichtete die Tageszeitung "Le Figaro" unter Berufung auf einen Bericht der Besatzung. Dann habe die Windmessung ganz versagt. Und dies, obwohl der Airbus A 320 mit neuen Sonden ausgestattet gewesen sei, berichtete das Blatt.
"Panne ohne Auswirkung"
Der Vorfall am 13. Juli habe eine Minute lang gedauert. Die Pilotenvereinigung SNPL erklärte laut "Figaro", der Ausfall der Geschwindigkeitsmessung stelle einen Notfall dar. Air France bestätigte "eine Panne" bei dem Flug vor zwei Wochen, der Vorfall habe aber nur "einige Sekunden" gedauert und "keine Auswirkung" gehabt. Bei dem Zwischenfall soll nach Angaben der Zeitung keine Gefahr für die Passagiere bestanden haben.
"Abgewandelte" Mess-Sonde
Air France untersuche den Vorfall gemeinsam mit dem europäischen Flugzeugbauer Airbus, und auch die französische Luftfahrtsicherheitsbehörde (BEA) sei eingeschaltet, sagte ein Sprecher des Unternehmens. Es habe sich nicht um die gleiche Sonde gehandelt wie bei der Unglücksmaschine zwischen Brasilien und Frankreich, sondern um ein "abgewandeltes" Messgerät. Die Sonden des französischen Herstellers Thales waren ins Gerede gekommen, nachdem zwei Pilotenverbände nach der Katastrophe vom 1. Juni von wiederholten Pannen berichtet hatten.
Bei dem Absturz der Air-France-Maschine zwischen Rio de Janeiro und Paris waren alle 228 Menschen an Bord ums Leben gekommen, unter ihnen 28 Deutsche. Ob die Probleme mit den Pitot-Sonden vom Typ Thales AA, die kurz vor dem Absturz über dem Atlantik falsche Messwerte geliefert hatten, eine der Ursachen des Unglücks waren, ist bislang jedoch völlig unklar. Air France hatte nach dem Absturz der Maschine am Pfingstmontag vorsorglich den Austausch aller Pitot-Sonden des Typs Thales AA angeordnet. Die Ermittlungsbehörde BEA stellte fest, dass die besagten Sonden "ein Faktor, aber nicht der Grund" für den Unfall waren.
Die nach ihrem Erfinder benannten Pitot-Sonden sind außen am Flugzeug angebrachte Röhrchen, die den Luftstrom beziehungsweise die Geschwindigkeit messen. Pitot-Sonden hatten auch kurz vor dem Absturz der Air-France-Maschine am 1. Juni über dem Atlantik falsche Messwerte geliefert.