Panorama
Das vemutliche letzt Foto von Kim Wall mit Peter Madsen an Bord von dessen U-Boot "Nautilus".
Das vemutliche letzt Foto von Kim Wall mit Peter Madsen an Bord von dessen U-Boot "Nautilus".(Foto: dpa)
Montag, 21. August 2017

Leiche ohne Kopf und Gliedmaßen: Passant findet Frauentorso vor Kopenhagen

Bei einer Fahrt mit einem privaten U-Boot in Dänemark stirbt offenbar die Journalistin Kim Wall. Der Besitzer des Bootes und einzige weitere Mensch an Bord verwickelt sich immer tiefer in Widersprüche. Nun taucht ein grausam zugerichteter Frauenkörper auf.

In den Gewässern vor der dänischen Hauptstadt Kopenhagen ist die Leiche einer Frau geborgen worden. Das teilte die Polizei in Kopenhagen mit. Ob es sich um die seit elf Tagen vermisste schwedische Journalistin Kim Wall handelt, konnte zunächst nicht festgestellt werden.

Die nun geborgene Frauenleiche hat laut Angaben der Polizei weder Kopf noch Beine oder Arme. Der Torso sei noch nicht identifiziert. Er sei von einem Radfahrer entdeckt worden und habe eine längere Zeit im Wasser gelegen.

Der dänische U-Boot-Besitzer Peter Madsen hatte in einem Verhör mit der Polizei ausgesagt, Wall sei durch ein Unglück an Bord ums Leben gekommen. Laut Polizeiangaben will der 46-Jährige die Frau an einem nicht genau genannten Ort in der Køge-Bucht bestattet haben.

Die 30 Jahre alte Schwedin Wall war zuletzt am 10. August gesehen worden, als sie sich mit dem Tüftler Peter Madsen im Hafen von Kopenhagen auf dessen "UC3 Nautilus" einschiffte. Sie hatte eine Reportage über den Erfinder schreiben wollen. Was dann passierte, ist unklar.

Gericht reduziert Vorwurf gegen Madsen

Madsen gab zunächst an, die Frau nach einer Fahrt mit dem U-Boot auf einer Insel im Kopenhagener Hafengebiet abgesetzt zu haben. Er selbst habe ein paar Dinge an dem selbst entworfenen 18 Meter langen Unterwasserfahrzeug getestet, wobei es zu Problemen mit einem Ballasttank gekommen sei. Das U-Boot sank, er selbst wurde von einem privaten Schiff gerettet und an Land gebracht.

Nachdem ihre Familie die Journalistin als vermisst meldete, wurde die Polizei misstrauisch und nahm Madsen fest. Zunächst bestritt der Däne, mit dem Verschwinden der Frau etwas zu tun zu haben. Die Polizei vermutete, dass die Schwedin in dem versunkenen U-Boot zu finden sei. Als das Fahrzeug geborgen wurde, war das aber nicht der Fall.

Kurz danach teilte die Polizei mit, dass sie nicht mehr damit rechne, Wall lebend zu finden. Wann Madsen aussagte, dass die Frau an Bord starb, wurde nicht mitgeteilt. Erst als sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Verteidigung beantragten, dass der Fall teilweise öffentlich verhandelt wird, wurde bekannt, dass Madsen einen Unfall an Bord eingeräumt hatte. Er sitzt in Untersuchungshaft, die Polizei wirft ihm Totschlag vor, das Gericht reduzierte den Vorwurf am Samstag auf schwere fahrlässige Tötung.

Quelle: n-tv.de

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