Panorama

Was wollen die Beamten finden?Polizei filzt Bögerls Haus

13.07.2011, 10:15 Uhr
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Thomas Bögerl bei der Beerdigung seiner Frau. (Foto: picture alliance / dpa)

Der Fall bleibt mysteriös. Nach dem Suizid des Bankiers Thomas Bögerl durchsucht die Polizei das Haus der Familie. Kartons und Computer werden abtransportiert. Doch was genau sucht die Polizei? Etwa doch Hinweise auf eine Verstrickung Bögerls in den Tod seiner Frau?

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Das Haus der Familie wurde durchsucht. (Foto: dpa)

Hatte Thomas Bögerl doch etwas zu tun mit dem Tod seiner Frau Maria? Die Polizei jedenfalls geht dieser Frage offenbar gründlich nach. Beobachtungen der "Bild"-Zeitung zufolge gab es eine Durchsuchung des Wohnhauses der Familie in Heidenheim. Diverse Kartons seien abtransportiert, Computer beschlagnahmt worden. Stundenlang wird das Anwesen inklusive Garten gefilzt. Bislang, so die Polizei, gebe es keine Hinweise auf eine Beteiligung des Bankiers an dem Tod seiner Gattin. "Aber wer weiß, ob das so bleibt", heizt Polizei-Sprecher Horst Baur gegenüber dem Blatt die Gerüchteküche an. Denkbar ist aber auch: Die Beamten wollen Hinweise auf die Suizid-Gründe Thomas Bögerls finden.

Offenbar sucht die Polizei aber immer noch nach einer blonden Frau, die am 12. Mai, dem Tag, an dem Maria Bögerl starb, in einem schwarzen Mercedes gesehen wurde. Der Wagen könnte der Getöteten gehört haben. Für den internen Gebrauch gibt es bereits Phantombilder.

In Heidenheim hatte es in den vergangenen Monaten immer wieder Gerüchte über das Privatleben des Sparkassendirektors gegeben. So hieß es, er habe Zwillinge von einer Geliebten bekommen, was Bögerl selbst zurückgewiesen hatte. Auch die Polizei betonte, sie wisse nichts von solchen Verwicklungen. Ein weiteres Gerücht: Die Ehe der Bögerls sei zerrüttet gewesen, beide Partner hätten Verhältnisse gehabt.

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Maria Bögerl wurde bei ihrer Entführung ermordet. (Foto: dpa)

Das Obduktionsergebnis zur Leiche Thomas Bögerls hatte gestern die Vermutungen bestätigt: Der Witwer erhängte sich selbst. Rechtsmediziner konnten andere Täter ausschließen. Es deute auch nichts darauf hin, dass Thomas Bögerl betrunken war. Die Hintergründe der Tat seien weiter unklar.

Der Sparkassenchef war dem Vernehmen nach zuletzt oft krankgeschrieben. Er galt als depressiv. Bald wäre er aus seinem Amt ausgeschieden, teilte sein Arbeitgeber mit. In einer Erklärung hieß es: "Herr Bögerl hat sich stets mit vollem Einsatz um die Kreissparkasse Heidenheim und unsere Region verdient gemacht. (...) Er hatte aber in den vergangenen Monaten, wie er selbst mitteilte, nicht die Kraft, sein Amt auszuüben. Auf sein Ersuchen hin haben wir uns mit ihm über eine einvernehmliche Lösung verständigt, in der er in Kürze aus dem Amt geschieden wäre."

Quelle: jmü/dpa/AFP