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Ein Traum hat sich für Reem Sahwil erfüllt: Sie und ihre Familie dürfen bleiben.
Ein Traum hat sich für Reem Sahwil erfüllt: Sie und ihre Familie dürfen bleiben.(Foto: imago/Horst Galuschka)
Freitag, 29. September 2017

Berühmtes Flüchtlingsmädchen: Reem darf in Deutschland bleiben

Ihr rührseliger Auftritt in einer Diskussionsrunde mit Kanzlerin Merkel bringt das Flüchtlingsmädchen Reem vor zwei Jahren in die Schlagzeilen - und in die Herzen der Menschen. Jetzt gibt es gute Nachrichten für die 17-Jährige.

Das vor gut zwei Jahren durch ihre Begegnung mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) bundesweit bekannt gewordene Palästinensermädchen Reem aus Rostock darf in Deutschland bleiben. Wie die Stadtverwaltung mitteilt, hat die heute 17-Jährige eine unbegrenzte Aufenthaltserlaubnis erhalten. Sie sei damit sicher von einer Abschiebung.

Auch ihre Eltern seien davor geschützt, hieß es mit Blick auf die gesetzlich festgelegten Regularien. Die sogenannte Niederlassungserlaubnis sei auch eine Voraussetzung für die spätere Einbürgerung des fließend Deutsch sprechenden Mädchens. Im Oktober wäre die vorläufige Aufenthaltserlaubnis abgelaufen.

Ihr Auftritt in einer Diskussionsrunde mit Merkel hatte die damals 14-jährige Reem im Juli 2015 in die Schlagzeilen gebracht. Sie hatte der Kanzlerin mit bewegenden Worten von ihrem Schicksal und dem ihrer Familie berichtet. Als Merkel antwortete, dass Deutschland nicht alle Flüchtlinge aufnehmen könne, fing Reem an zu weinen. Merkel versuchte zu trösten und streichelte sie. Im Internet war kurze Zeit später ein Sturm der Entrüstung über die nüchterne, angeblich kaltherzige Antwort Merkels ausgebrochen.

"Ich habe einen Traum"

Unter dem Titel "Ich habe einen Traum - Als Flüchtlingskind in Deutschland" veröffentlichte Reem vor wenigen Wochen eine Autobiografie. Das Buch zeichnet den mitunter leidvollen Weg Reems nach. Sie wird - wie ihre Geschwister - in vierter Generation in dem Flüchtlingslager Wavel geboren. Sie kommt zu früh auf die Welt. Weil die medizinische Versorgung im Lager katastrophal ist, wird sie nicht ausreichend beatmet. Das hat Folgen. Als andere Kinder schon laufen, sitzt Reem im Rollstuhl. Bis heute ist ein Teil ihres Körpers gelähmt.

Durch einen Onkel in Düsseldorf erfahren Reems Eltern von einer Stammzellentherapie, die dem Kind helfen könnte. So fliegt Reems Mutter mit dem Mädchen und dessen kleinem Bruder 2010 das erste Mal zur Behandlung nach Deutschland. Reem berichtet von den vielen Krankenhaus-Aufenthalten in Düsseldorf, der Weiterreise im Zug ins schwedische Malmö, und sie erzählt von den Sorgen der Mutter, als der Vater kein Ausreisevisum bekommt. Der kommt schließlich über die Balkanroute nach Europa.

Und sie erinnert sich daran, wie die Familie Schweden wieder in Richtung Deutschland verlassen muss, weil es das Dublin-Abkommen so verlangt. "Dieses Mal würden wir wie ein Boot ohne Steuerung in den Behördenwellen hin und her geworfen werden. Irgendwohin. Deutschland war groß. Und fremd", beschreibt Reem ihr Empfinden von damals. Der Flüchtlingsverteilungsschlüssel brachte die Familie Sahwil schließlich nach Rostock.

Anfangs, so schreibt Reem, sei "Rostock" ein ebenso komischer Name gewesen wie "Horst", ein abgelegenes Dorf mit der Erstaufnahme-Einrichtung für Flüchtlinge in Mecklenburg-Vorpommern. Inzwischen sei die Hansestadt aber Heimat geworden - auch dank vieler Unterstützer und Freunde, betont sie. Die 17-Jährige kann heute selbstständig laufen, ihre Mutter arbeitet als Sozialarbeiterin. "Wir leben alle zufrieden in Rostock. Wir haben hier nicht nur unser Zuhause, vor allem auch zu uns gefunden", schreibt Reem. Sie will nicht weg.

Quelle: n-tv.de

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