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Rund 400 Meter lang und knapp 60 Meter breit: Die "Indian Ocean" auf der Elbe bei Hamburg.
Rund 400 Meter lang und knapp 60 Meter breit: Die "Indian Ocean" auf der Elbe bei Hamburg.(Foto: picture alliance / dpa)

Sieben Schlepper im Einsatz: Riesenschiff läuft bei Hamburg auf Grund

Schiffsunfall auf der Elbe: Wenige Kilometer vor dem Hamburger Hafen bleibt ein rund 400 Meter langer Containergigant stecken. Vergeblich bemühen sich Schlepper, das Schiff freizubekommen. Helfer hoffen auf die Flut.

Ein rund 400 Meter langes Containerschiff ist am Abend bei der Anfahrt auf den Hamburger Hafen in der Elbe auf Grund gelaufen. Medienberichten zufolge liegt die "CSCL Indian Ocean" auf der Unterelbe bei Tonne 116 östlich der Insel Lühesand zwischen Stade und Wedel. Selbst unter dem Einsatz von mehreren Hafenschleppern ließ sich der Frachter bislang nicht freiziehen, wie die Polizei mitteilte.

Festgefahren auf der Elbe: Die "Indian Ocean" könnte mit der Flut freikommen.
Festgefahren auf der Elbe: Die "Indian Ocean" könnte mit der Flut freikommen.(Foto: picture alliance / dpa)

 Das Schiff war aus zunächst ungeklärter Ursache in der Fahrrinne steckengeblieben. Einem Bericht des NDR zufolge soll der Kapitän der Wasserschutzpolizei am Vorabend den Ausfall der Ruderanlage gemeldet haben. Kurz darauf fuhr sich der gigantische Frachter in der Fahrrinne fest.

Es gab keine Verletzten. Berichte über etwaige Umweltschäden liegen nicht vor. Aufgrund des niedrigen Wasserstandes während der Ebbe standen die Aussichten in der Nacht zunächst schlecht, das chinesische Riesenschiff schnell frei zu bekommen. Helfer wollten abwarten, bis die Flut gegen Mittag ihren Höhepunkt erreicht und das Schiff womöglich von alleine wieder aufschwimmt. Für die Hilfsaktion stehen nach Angaben aus Hamburg insgesamt sieben Schleppschiffe bereit.

Bei der "Indian Ocean" handelt es sich um einen unter der Flagge Hongkongs fahrenden Containerfrachter vom Typ "CSCL Globe". Das Schiff zählt derzeit zu den größten Seefahrzeugen der kommerziellen Schifffahrt. Gebaut wurde der Schiffsriese 2015 in den Werften des südkoreanischen Schwerindustriekonzerns Hyundai Heavy Industries in Ulsan.

Zwölf Meter Tiefgang

Die "Indian Ocean" gehört zur Flotte der chinesischen Reederei "China Shipping Container Lines" (CSCL), die neben der "Indian Ocean" vier weitere Giganten dieser Größenklasse betreibt. Darunter befindet sich auch das Typschiff dieser Schiffsklasse, die "CSCL Globe". An Bord der "Indian Ocean" finden fast 19.000 Standardcontainer (TEU) Platz. Bei einer Länge von knapp 400 Metern kommt das rund 59 Meter breite Schiff je nach Beladung auf einen Tiefgang von bis zu 16 Metern. Nach Informationen des NDR liegt der Containerriese derzeit etwas mehr als 12 Meter tief im Wasser.

Der Schiffsverkehr in der wichtigen Wasserstraße am Hamburger Hafen wurde zunächst nur leicht beeinträchtigt. Die Wasserschutzpolizei ermittelt. Ob der Vorfall in Zusammenhang mit den jüngsten Sturmfluten steht, muss noch geklärt werden. Denkbar wäre, dass sich mit dem ablaufenden Wasser eine bislang unentdeckte Sandbank in der Fahrrinne gebildet hat.

Die "Indian Ocean" ist nicht zum ersten Mal in Hamburg. Zuletzt hatte der Frachter im vergangenen November in der Hansestadt festgemacht. Die chinesische Reederei fährt den Hamburger Hafen regelmäßig an. Vor der Einfahrt in die Elbe hatte die "Indian Ocean" am Montagvormittag im britischen Hafen Felixstowe abgelegt. Laut Hafenplan sollte das nahezu vollbeladene Schiff im Tagesverlauf am Eurogate-Terminal im Hamburger Hafen ankommen.

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Quelle: n-tv.de

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