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Die Auktion ist spannend.
Die Auktion ist spannend.(Foto: dpa)

120 Millionen Dollar für Munch: "Schrei" erzielt Auktionsrekord

Es ist eines der bekanntesten Gemälde der Welt: "Der Schrei" von Edvard Munch. Bei einer Auktion in New York kommt es nun zu einem wahren Bieterkrimi. Als schließlich der Hammer fällt, ist ein neuer Auktionsrekord aufgestellt.

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Bei einer Versteigerung in New York hat das Bild "Der Schrei" des norwegischen Malers einen Der letzte Schrei erzielt. Die Fassung des expressionistischen Meisterwerks wurde bei der Frühjahrsauktion des Hauses Sotheby's für 119,9 Millionen Dollar, umgerechnet 91,3 Millionen Euro, verkauft. Damit löst das Pastellbild ein Gemälde Picassos als das teuerste jemals bei einer Auktion verkaufte Kunstwerk der Welt ab.

Das 1895 gemalte Gemälde, das einen schreienden Mann mit den Händen über den Ohren vor einem orangenen Himmel in Oslo zeigt, war die letzte in Privatbesitz befindliche Fassung von "Der Schrei". Auf dem hellen Holzrahmen des Bilds steht in roter Schrift das Gedicht, welches das berühmte Bild inspirierte. Das international bekannte Bild steht symbolisch für die existentielle Angst und die Verzweiflung des Menschen in der Moderne.

Insgesamt malte Munch das Bild vier Mal, die anderen drei Fassungen sind in Museen in Oslo ausgestellt. Zwei Fassungen von "Der Schrei" wurden in der Vergangenheit aus Museen Die spektakulärsten Kunstdiebstähle , später jedoch wiedergefunden. Das Bild war für einen deutschen Kaufmann gemalt worden und bekam von Munch auch den deutschen Titel "Der Schrei".  Munch hatte in seinem Tagebuch im Januar 1892 beschrieben, wie ihn bei einem Spaziergang am Fjord beim Anblick des Sonnenuntergangs furchtbare Angst ergriffen hatte.

Bei der Auktion trieben sieben Bieter innerhalb von nur zwölf Minuten den Preis in die Höhe. Zuletzt kämpften noch zwei Telefonbieter um das Bild, bevor ein Unbekannter den Zuschlag erhielt. Der Verkauf wurde mit Applaus begrüßt.

Erlös für neues Munch-Museum

Die nun versteigerte Fassung des Bildes befand sich seit 70 Jahren im Besitz des norwegischen Unternehmers Petter Olsen, dessen Vater Thomas ein Nachbar, Freund und Förderer von Munch war. Olsen will mit dem Erlös aus dem Verkauf in Oslo ein neues Museum zu Munch errichten. Er sagte, das Bild werde ein "wichtige Kraft in meinem Leben bleiben". Er sei erfreut, dass die Auktion das Interesse an den Werken Munchs steigere.

Für ihn zeige das Bild "den erschreckenden Moment, da der Mensch seine eigene Wirkung auf die Natur erkennt und die irreversiblen Veränderungen, die er ausgelöst hat, die den Planeten zunehmend unbewohnbar machen", sagte Olsen, der die Vorhersehungskraft Munchs würdigte.

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"Der Schrei" überbot bei der Auktion den bisherigen Rekordhalter um mehr als 13 Millionen Dollar. Vor zwei Jahren war "Akt mit grünen Blättern und Büste" von für 95 Millionen Dollar zugeschlagen worden, mit dem Aufgeld waren es 106,5 Millionen Dollar.

"Der Schrei" hat zwar einen Auktionsrekord gesetzt, ist aber bei weitem nicht das teuerste Gemälde. Jackson Pollocks "No.5" von 1948 brachte vor sechs Jahren sogar 140 Millionen Dollar - allerdings bei einem privaten Geschäft, abseits der Auktionshäuser. Und Paul Cézannes "Die Kartenspieler" soll im vergangenen Jahr sogar für 250 Millionen, Dollar verkauft worden sein. Dafür fehlt aber jede Bestätigung.

26 Millionen Dollar für Picasso

Sotheby's erzielte bei der Versteigerung von insgesamt 76 vorwiegend impressionistische Kunstwerke einen Erlös von insgesamt 330,56 Millionen Dollar. Auch Picassos Bild "Femme assise dans un fauteuil" von 1941 wurde nun bei Sotheby's versteigert. Es erlöste 26 Millionen Dollar, umgerechnet 19,7 Millionen Euro, und blieb damit genau im Schätzbereich von 20 bis 30 Millionen Dollar. Das Bild zeigt Pablo Picassos Muse Dora Maar auf einem Stuhl sitzend - eckig-kantig verfremdet, wie er in der Zeit um den Zweiten Weltkrieg malte.

"Seine damalige Geliebte war eine wunderschöne Frau, und doch ist diese Darstellung verstörend", hatte Kunstexperte David Norman von Sotheby's gesagt. "Es ist Picassos Reaktion auf die Zeit, den Zweiten Weltkrieg und die Besetzung Frankreichs durch die Nazis." Für die Kunst sei das Bild ein Meilenstein und auch nach mehr als 70 Jahren immer noch "lebendig, als wäre es elektrisch".

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Quelle: n-tv.de

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