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Mehrere Tote nach Unwettern: Starke Stürme fegen über Europa

In mehreren Ländern Europas verursachen Stürme schwere Schäden. Menschen werden ins Meer oder in Flüsse gerissen. Hunderttausende Haushalte sind ohne Strom. Deutschland beschert Orkantief "Dirk" Sturm, Regen und milde Temperaturen.

Überschwemmte Straßen bremsen in England den Weihnachtsverkehr aus.
Überschwemmte Straßen bremsen in England den Weihnachtsverkehr aus.(Foto: AP)

Ein heftiger Sturm hat in Großbritannien zu Weihnachten schwere Schäden verursacht. Zum heutigen Heiligabend waren 130.000 Haushalte im Süden Englands ohne Strom, weil starker Wind Leitungen gekappt hatte, teilte die Polizei mit. Mindestens fünf Menschen starben: Ein Mann wurde am Montag in einen Fluss gespült, als er seinen Hund retten wollte. Rettungskräfte konnten nur noch die Leiche bergen. Ein Mann und eine Frau waren bereits am Montag von Hochwasser führenden Flüssen mitgerissen worden. Bei durch das Unwetter verursachten Verkehrsunfällen starben zwei weitere Menschen.

Der Weihnachtsverkehr kam in Teilen Großbritanniens streckenweise zum Erliegen. In der Nacht zum Dienstag saßen viele Autofahrer im Hafen von Dover fest, weil der Fährverkehr gestoppt werden musste. Mehrere Autofahrer waren in ihren Wagen eingeschlossen, weil sie auf überfluteten Straßen weder vorwärts noch zurück konnten.

Das kann dauern: Wartende im Londoner Bahnhof Victoria.
Das kann dauern: Wartende im Londoner Bahnhof Victoria.(Foto: dpa)

Zahlreiche Zugverbindungen mussten eingestellt werden, auf anderen Strecken konnten die Bahnen nur mit verminderter Geschwindigkeit fahren.

Der Flugverkehr blieb von den Behinderungen weitgehend unbeeinflusst. Lediglich einige Flüge auf Inseln im Norden Schottlands mussten gestrichen werden. Auch am zweitgrößten Londoner Flughafen Gatwick gab es Probleme wegen eines Wassereintritts. Einer der beiden Terminals wurde dadurch unbrauchbar, was zu Verspätungen und einigen gestrichenen Flügen führte.

Kind bei Sturm in Frankreich getötet

Schaulustige und sturmfeste Spaziergänger am Hafen von Saint Evette an der französischen Atlantikküste.
Schaulustige und sturmfeste Spaziergänger am Hafen von Saint Evette an der französischen Atlantikküste.(Foto: REUTERS)

Bei heftigen Stürmen im Nordwesten Frankreichs sind vermutlich zwei Menschen getötet worden. Am frühen Heiligabend waren noch 145.000 Haushalte ohne Strom, vor allem in der Bretagne. Am Morgen waren es nach Angaben des Energieversorgers ERDF noch rund 240.000 Haushalte.

Auf einer Baustelle in Saint-Germain-de-Tallevende im Calvados starb am Montag ein zwölf Jahre altes Kind, als auf einer Baustelle eine Mauer einbrach. Bei der Staatsanwaltschaft in Caen hieß es, der Unfall könne mit dem Sturm zusammenhängen.

Rund 200 Kilometer nordwestlich von Brest wurde ein russischer Seemann bei bis zu sieben Meter hohen Wellen von Bord des niederländischen Frachters "Victoriaborg" gespült. Die Suche nach ihm sei am Montagabend eingestellt worden, teilte die französische Schifffahrtsbehörde mit. Das Frachtschiff selbst musste von einem Schlepper gesichert werden.

Die Flüge von und nach Lille im Norden Frankreichs wurden gestrichen, auch im bretonischen Brest war der Flugverkehr beeinträchtigt. Mehrere Zugverbindungen in der Bretagne wurden wegen Überschwemmungen unterbrochen. Mehrere Reedereien stellten die Fährverbindungen über den Ärmelkanal ein, auch zwischen Nordirland und Schottland gab es Ausfälle. Wegen der Stürme wurden auch die meisten Pisten in den Skigebieten der französischen Départements Haute-Pyrénées und Pyrénées-Atlantiques vorsichtshalber geschlossen.

Auch im Norden der Niederlande wurden Fährverbindungen gestrichen. Einige Gebäude wurden durch den Sturm beschädigt, darunter das Philips-Stadion in Eindhoven. In Portugal wurde mit Wellen mit bis zu 7,5 Metern Höhe gerechnet.

Sturmtief im Nordwesten Spaniens

Entgleister Zug in Lugo, Galivien.
Entgleister Zug in Lugo, Galivien.(Foto: dpa)

Im Nordwesten Spaniens hat ein Sturmtief Bäume umgeknickt und in mehreren Orten die Stromversorgung zusammenbrechen lassen. Bei der Ortschaft Covas in der Region Galicien stürzte ein Baum auf die Gleise einer Schmalspurbahn und brachte einen Zug zum Entgleisen. Wie die Bahngesellschaft mitteilte, waren die zehn Fahrgäste bei dem Unglück am Vorabend unverletzt geblieben. Sie wurden per Taxi an ihre Reiseziele gebracht.

In der nordspanischen Region Kastilien-León wurden nach Angaben der Behörden vier Menschen verletzt, die von herabstürzenden Ästen oder umfallenden Verkehrsschildern getroffen wurden. Für die Atlantikküste in Galicien gaben die Behörden die höchste Alarmstufe. Dort wurden Sturmböen mit Geschwindigkeiten von bis zu 140 km/h und heftige Regenfälle erwartet. Auf dem Flughafen von Bilbao im Baskenland wurden am Dienstag wegen des Unwetters mehrere Flüge gestrichen.

In Galicien fiel in mehreren Orten in den Gegenden von La Coruña und Pontevedra zeitweise der Strom aus, weil der Sturm Leitungen von den Masten gerissen hatte. Das Sturmtief war von Großbritannien in den Nordwesten Spaniens gelangt. Nach Vorhersagen des spanischen Wetteramts wurde erwartet, dass es sich auch auf andere Teile der Iberischen Halbinsel ausdehnen würde.

Deutsche Weihnachten mit viel Regen und Sturm

Sturm und Regen bei milden Temperaturen um etwa zehn Grad Celsius: Das beschert das Wetter den Bundesbürgern zu Weihnachten. "In diesem Jahr dominiert ein mächtiger Tiefdruckkomplex aus dem Orkantief 'Dirk' mit Kern über dem Nordmeer und seinem Randtief "Christian" über der Bretagne unser Weihnachtswetter mit milder Meeresluft", sagte der Meteorologe Thomas Ruppert vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach.

Über Weihnachten werde "Dirk" nordwärts wandern. Sein Frontensystem schleppe er über Deutschland und Europa hinweg nach Osten. "So ist für genug Regen gesorgt, und in höheren Lagen fällt Schnee", sagte Ruppert. Nachdem an Heiligabend der Südwestwind auf den Bergen in Böen Orkanstärke erreichte, wird der erste Weihnachtsfeiertag am Mittwoch völlig verregnet. Oberhalb von 1300 Metern fällt Schnee. Nur im äußersten Osten und Südosten und später auch wieder im Nordwesten soll es weitgehend trocken sein.

Am Donnerstag lässt der Regen in den meisten Regionen allmählich nach, aber in Bayern bleibt es nass, und in den Alpen schneit es oberhalb von 700 Metern ergiebig. Am Freitag erwarten die Meteorologen das nächste Sturmtief bei den Britischen Inseln. Seine Ausläufer greifen auf Deutschland über. Insgesamt werde es windig bis stürmisch bleiben, vor allem an der See und im Bergland. Bis ins neue Jahr werde sich daran nichts ändern.

Kältewelle in Thailand

Warme Weihnachten in Deutschland - ungewöhnlich kalte in Thailand. Aus dem bergigen Nationalpark Phu Hin Rong Kla an der Grenze zu Laos wurde sogar Frost gemeldet. In der Provinz Nakhon Ratchasima im Osten wurden 14 Grad gemessen. Dort richteten die Behörden Zufluchtsorte zum Aufwärmen ein, berichtete die Zeitung "Nation". Das Gesundheitsministerium warnte vor Lungenentzündungen.

In der Hauptstadt Bangkok waren Einheimische bei 20 Grad am Morgen teils mit Winterjacken unterwegs. Sie sind die meiste Zeit des Jahres Temperaturen von mehr als 30 Grad gewohnt. Touristen, die im Weihnachtsurlaub Sonne tanken wollten, traf die Kälte kaum: Auf den Inseln im Süden Thailands war es über 25 Grad warm.

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Quelle: n-tv.de

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