Panorama

Geldautomatensprengung in NRW: Täter verlieren Geldscheine auf der Flucht

Die Erfolgsquote ist gering, dennoch versuchen es Kriminelle immer wieder: Bis zu 130 Geldautomaten werden allein im vergangenen Jahr gesprengt. Auch einer der jüngsten Versuche Nordrhein-Westfalen misslingt auf kuriose Weise.

Nach der Sprengung eines Geldautomaten haben die Täter in Nordrhein-Westfalen bei der Flucht einen Teil ihrer Beute gleich wieder verloren. Eine Geldkassette und mehrere Geldscheine gingen nach Angaben von Zeugen zwei Männern verloren, als sie auf einem Motorroller flüchteten, wie die Polizei mitteilte. Zwei weitere Männer hätten auf der Straße liegendes Geld eingesammelt und seien dann verschwunden. Die Täter hatten den Automaten am frühen Morgen in Übach-Palenberg in die Luft gejagt. Laut Landeskriminalamt war es die neunte Sprengung eines Geldautomaten in NRW in diesem Jahr.

Im vergangenen Jahr haben Kriminelle laut Zahlen des Bundeskriminalamts (BKA) deutschlandweit mindestens 108 Geldautomaten gesprengt. Das geht aus der Antwort der Regierung auf eine Anfrage der Linken-Fraktion im Bundestag hervor. Die Zahl blieb damit zuletzt in etwa auf gleichbleibendem Niveau. 2014 hatte das BKA 116 Vorfälle registriert, in denen Geldautomaten in oder an Bankgebäuden gesprengt wurden, um Bargeld zu stehlen. Bundesweit gibt es nach Branchenangaben mehr als 60.000 Geldautomaten in Deutschland.

Erfolgsquote der Täter ist gering

In die genannte BKA-Statistik wurden den Angaben der Bundesregierung zufolge nur Taten bis zum 15. Dezember 2015 aufgenommen, zu denen dem BKA ein "polizeilicher Sachverhalt" mit genügend Informationen vorlag. Sie umfasst dabei sowohl vollendete als auch versuchte Sprengungen.

Die Regierung selbst ergänzte unter Verweis auf Presseberichte aus den vergangenen Wochen, dass die Zahl für das Gesamtjahr womöglich etwas höher liegen könnte. Demnach gehe das BKA offenbar davon aus, dass es insgesamt in etwa 130 Fälle von Geldautomatensprengungen gegeben habe. Zum Diebstahl von Bargeld kam es der Statistik zufolge im vergangenen Jahr lediglich in der Hälfte der statistisch erfassten Fälle (54).

Die Erfolgsquote der Täter ist auch über einen längeren Zeitraum gesehen relativ gering. Bei 478 Fällen von Geldautomatensprengungen, die seit 2010 vom BKA erfasst wurden, wurde nur 179-mal Bargeld entwendet. In etlichen Fällen wurde eine Sprengung nur versucht oder der eigentliche Diebstahl ging schief.

Sachschaden oft höher als Wert der Beute

Die Täter erbeuteten seit 2010 laut Bundesregierung jeweils zwischen 500 Euro und rund 380.000 Euro. Vielfach sei der Sachschaden durch die beschädigten Geräte und Gebäude höher als der Wert der Beute. Das Verletzungsrisiko für Unbeteiligte sei in Einzelfällen sehr hoch. Der Regierung lagen demnach aber keine Erkenntnisse darüber vor, dass jemals Dritte zu Schaden gekommen seien. 2006 sei aber ein Täter schwer verletzt worden.

Bei den Tätern handelt es sich den Angaben nach üblicherweise entweder um reisende oder um regional agierende Tätergruppen. Nur in einigen wenigen Fällen gingen die Sprengungen auf das Konto von Einzeltätern.

Bei Geldautomatensprengungen leiten die Täter üblicherweise ein Gas oder Gasgemisch in die Geräte ein, das sie anschließend entzünden. Dabei werden Bankfilialen in dünner besiedelten Regionen bevorzugt. Auch Fahrkarten- oder Zigarettenautomaten sind Ziel derartiger Attacken.

Quelle: n-tv.de

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