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Sonntag, 30. Juli 2017

"Absolute Kriegswaffe": Täter von Konstanz feuerte aus einer M16

Von Nora Schareika

In der Nacht eskaliert ein Streit zwischen dem Schwiegersohn eines Diskobetreibers und einem Türsteher. Der Mann kreuzt wenig später mit einer Kriegswaffe auf. Die Ermittler zeigen sich schockiert von dieser martialischen Art der Konfliktlösung.

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Der Mann, der in der Nacht in einer Konstanzer Diskothek um sich geschossen hat, schoss mit einem M16-Schnellfeuergewehr aus US-amerikanischer Produktion. Andreas Stenger vom LKA Baden-Württemberg sagte während einer Pressekonferenz in Konstanz: "Das ist eine absolute Kriegswaffe." Es sei das Standard-Kriegsgewehr der US-Streitkräfte.

Die M16 könne 800 Schuss pro Minute abgeben und habe damit eine "erhebliche Rasanz". Schüsse träten mit einer Geschwindigkeit von 1000 Metern pro Sekunde aus dem Lauf aus. Am Tatort seien viele Hülsen und mehrere Magazine gefunden worden. Der Täter habe mit dem Gewehr umzugehen gewusst, Magazine gewechselt.

Dass nicht mehr Menschen zu Schaden kamen, sei den Einsatzkräften zu verdanken. Bei der Tat kam ein Türsteher ums Leben sowie der Täter, der durch Polizeikugeln starb. Woher der 34-jährige Iraker die Waffe hatte, ist nun Gegenstand der Ermittlungen.

Persönlicher Streit als Motiv

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Staatsanwalt Johannes-Georg Roth skizzierte den Tathergang. Der mutmaßliche Täter hatte demnach wohl Streit mit Mitarbeitern der Diskothek "Grey", die seinem Schwager gehört. Die persönliche Auseinandersetzung habe der Mann in "unsagbarer Weise" eskalieren lassen, indem er mit dem Auto wegfuhr und die Waffe holte. Er habe dann sofort unvermittelt auf den Türsteher geschossen, der durch einen Schuss ins Gesicht starb.

Um 4.26 Uhr gingen laut Polizeipräsident Ekkehard Falk die ersten Notrufe bei der Polizei ein. "'Hier wird geschossen', hieß es", berichtete er. Drei Minuten später seien die ersten Interventionskräfte vor Ort gewesen und sofort beschossen worden. "Dabei wurde der Täter getroffen, der später in einer Klinik verstorben ist", sagte Falk.

Beamter überlebt dank Titaniumhelm

Der Polizeipräsident lobte das "neue Interventionskonzept des schnellen Handelns und Handlungsunfähigmachens des Täters", das eine höhere Zahl von Opfern verhindert habe. "Das war gute, herausragende Arbeit." Ein Polizeibeamter überlebte einen Kopfschuss dank eines speziellen Titaniumhelms der höchsten Schutzklasse. Falk sagte, es sei richtig, dass viel Geld für Ausrüstung der Polizei ausgegeben werde. "Jeder Euro hier ist ein guter Euro."

Kriminaldirektor Stenger vom LKA sagte, der Helm habe so viel Energie des Geschosses absorbiert, dass es nicht tödlich war. Der Beamte befindet sich im Krankenhaus. Von den Verletzten aus der Diskothek befindet sich laut Staatsanwalt Roth niemand mehr in Lebensgefahr. Etliche Verletzte und Augenzeugen stünden jedoch unter Schock.

Der mutmaßliche Täter war 34 Jahre alt und stammte aus dem kurdischen Teil des Irak. Er war 1991 als Kind nach Deutschland gekommen. Der Polizei war er bekannt wegen Körperverletzung, gefährlicher Körperverletzung und Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz. Roth betonte, dass nichts für einen islamistisch-terroristischen Hintergrund der Tat spreche.

Quelle: n-tv.de

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