Panorama
Etwa 1000 Menschen nahmen in Berlin an der Demonstration teil.
Etwa 1000 Menschen nahmen in Berlin an der Demonstration teil.(Foto: dpa)

Gegen Fluglärm, für Nachtflugverbote: Tausende Menschen protestieren

Europaweit gehen Menschen gegen Fluglärm und für Nachtflugverbote auf die Straßen. In Deutschland richtet sich der Protest vor allem gegen Nachtflüge am neuen Hauptstadtflughafen. Tausend Menschen ziehen in Berlin vor die SPD-Zentrale. Sie fordern vom Regierenden Bürgermeister Wowereit ein klares Zeichen.

Mehr als tausend Bürgerhaben in Berlin und anderen Städten gegen Fluglärm demonstriert. Der Protest richtetesich auch gegen die geplanten Flugrouten für den von Pannen begleiteten Hauptstadtflughafenund gegen Berlins Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit von der SPD.

Sie forderten unter anderem ein Nachtflugverbot für den neuen Hauptstadtflughafen.
Sie forderten unter anderem ein Nachtflugverbot für den neuen Hauptstadtflughafen.(Foto: dpa)

In der Hauptstadt kamennach Angaben der Polizei rund 1000 Demonstranten zusammen. Sie zogen vom PotsdamerPlatz zu einer Kundgebung vor die SPD-Parteizentrale. Rund um den Airport in Frankfurt/Mainhängten Fluglärmgegner Protestbanner an dutzende Brücken. In München gingen mehrals 300 Menschen gegen nächtlichen Fluglärm auf die Straße.

Die Fluglärmgegner in Berlinkritisierten, Wowereit nehme die Sorgen der Bürger nicht ernst und entziehe sichdem Dialog. Die SPD müsse sich fragen lassen, ob sie weiterhin eine Volksparteibleiben wolle oder eine Klientel-Partei für die Fluglärmlobby. Die Bürgerinitiativeals Veranstalter der Demonstration in Berlin sprach von etwa 3000 bis 4000 Teilnehmern.

Volksbegehren inBrandenburg

In Brandenburg läuft derzeitder Endspurt für das Volksbegehren für ein striktes Nachtflugverbot am künftigenHauptstadtflughafen zwischen 22.00 Uhr und 6.00 Uhr. Bis 3. Dezember müssen 80.000Unterschriften vorliegen. Anfang November waren nach Angaben der Organisatoren zwischen50.000 und 60.000 Unterschriften zusammen gekommen. In Berlin war das Volksbegehrengescheitert.

Der neue HauptstadtflughafenBER soll nach dreimaliger Terminverschiebung am 27. Oktober 2013 den Betrieb aufnehmen.Viele Bürger warten noch auf Schallschutz. Die Kosten des Projekts wurden im Jahr2006 auf zwei Milliarden Euro veranschlagt, inzwischen werden 4,3 Milliarden Euroerwartet.

Von Wiesbaden über Frankfurtbis Mainz und in den Vordertaunus sind Protestbanner auf Brücken angebracht worden,sagte derweil eine Sprecherin von den Bürgerinitiativen gegen den Flughafenausbau."Unser Widerstand ist ungebrochen, wir wollen noch eine ganze Weile durchhalten",sagte sie.

Proteste auch in London

Anwohner des Londoner GroßflughafensHeathrow protestierten unterdessen in Pyjama und Nachthemd gegen Fluglärm. Bei einerDemonstration in Hounslow im Westen der Metropole forderte eine kleine Gruppe einNachtflugverbot zwischen 23 Uhr und 6 Uhr.

"Wir müssen uns den ganzen Tag lang Fluglärmanhören, wieso denn nachts auch noch?", fragte John Stewart von der örtlichenBürgerinitiative. Die britische Regierung will im Dezember über Flugschneisen zuden drei Airports Heathrow, Gatwick und Stansted verhandeln. Die aktuell gültigeVereinbarung mit den Betreibern läuft im kommenden Jahr aus. Ähnliche Proteste gabes Samstag auch in anderen europäischen Ländern.

Quelle: n-tv.de