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Laut Lombardi wird auf die Kardinäle ein "inakzeptabler Druck" ausgeübt.
Laut Lombardi wird auf die Kardinäle ein "inakzeptabler Druck" ausgeübt.(Foto: dpa)

Sex-Gerüchte überschatten Konklave: Vatikan fürchtet um Kardinäle

Tritt Benedikt XVI. wegen des Ausmaßes der "Vatileaks"-Affäre um gestohlene Dokumente, Sex und Korruption im Vatikan zurück? Der Sprecher des Kirchenstaates dementiert die Spekulation. Er glaubt, dass die Gerüchte ganz bewusst gestreut wurden, um die Papstwahl zu beeinflussen.

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Federico Lombardi, der Sprecher des Vatikans wendet sich gegen Gerüchte, der Papst sei aufgrund einer Verschwörung im Vatikan zurückgetreten. In einem Beitrag für Radio Vatikan beklagte er Diffamierung und Falschinformationen, deren Ziel es sei, die Kardinäle bei der Wahl eines neuen Papstes im Konklave zu beeinflussen. Es werde "inakzeptabler Druck" ausgeübt.

In den meisten Fällen aber hätten diejenigen, die diese moralischen Urteile abgäben, "nicht die geringste Autorität dazu", sagte Lombardi. "Wer vor allem Geld, Sex und Macht im Kopf hat und die Welt an diesem Maß misst, der ist dann auch nicht imstande, in der Kirche anderes wahrzunehmen."

Auch Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone kritisierte in einer Mitteilung den Versuch der Beeinflussung durch Falschinformationen.

Geheimes Schwulen-Netzwerk im Vatikan?

Die Tageszeitung "La Repubblica" hatte berichtet, Benedikt habe sich wegen des Ausmaßes der "Vatileaks"-Affäre um gestohlene Dokumente, Sex und Korruption im Vatikan zum Rücktritt entschlossen. In einem 300 Seiten starken Geheimbericht soll von einem Schwulen-Netzwerk im Kirchenstaat die Rede sein. Demnach seien Kardinäle wegen ihrer sexuellen Orientierung durch Laien erpressbar.

Der Papst sagte in seiner Ansprache zum Ende der Fastenexerzitien: "Man hat den Eindruck, dass das Böse ständig das Verlangen hat, die Schöpfung schmutzig zu machen, um Gott zu widersprechen und die Wahrheit und Schönheit Gottes unkenntlich zu machen."

Benedikt XVI. hatte am 11. Februar überraschend seinen Rücktritt verkündet. Als Grund nannte er sein vorgerücktes Alter, das es ihm nicht mehr erlaube, den "Petrusdienst" in "angemessener Weise" auszuüben.

Am 28. Februar tritt der 85-Jährige offiziell von seinem Amt zurück. Nach den Regeln aus dem Jahr 1996 müsste das Konklave aus 117 Kardinälen zwischen dem 15. und 20. März beginnen. Möglicherweise wird der Papst in den nächsten Tagen aber ein Dekret erlassen, um die Wahl seines Nachfolgers vorzuziehen.

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Quelle: n-tv.de

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