Unterrichtsfrei für viele SchülerExperten geben Schneewarnung

Der Winter bleibt uns treu: Schneeverwehungen und eisglatte Straßen bremsen vielerorts den Verkehr. Tief "Petra" bringt auch weiter reichlich Schnee und damit neues Chaos auf Deutschlands Straßen. Nach kilometerlangen Staus, gestrichenen Flügen und vielen Unfällen bleiben am Donnerstag viele Schulen geschlossen.
Große Teile Deutschlands bereiten sich auf viel Neuschnee vor. Tief "Petra" soll mit massivem Schneefall über Nordrhein-Westfalen und den nördlichen Teil Deutschlands für Unwetter sorgen. In ganz Schleswig-Holstein und Teilen Niedersachsens und Sachsens bleiben deshalb an diesem Donnerstag die Schulen geschlossen.
In fünf der zehn sächsischen Landkreise sowie in Chemnitz fällt der Unterricht voraussichtlich sogar bis Freitag aus. Das Kultusministerium begründete dies mit dem starken Schneefall und dem dadurch erschwerten Schülertransport. Auch im niedersächsischen Landkreis Peine können sich Schüler nach Auskunft eines Stadtsprechers über einen unterrichtsfreien Tag freuen.
Ab den frühen Morgenstunden soll es in Teilen Norddeutschlands zu starken Schneefall und Schneeverwehungen kommen, warnen die Wetterexperten. "Diese Woche bleibt es winterlich mit Schnee und Frost", weiß n-tv Meteorologe Björn Alexander. "Größere Neuschneezuwächse beschränken sich aber eher auf den Süden und den Osten. Damit einhergehend ist es verbreitet dauerfrostig."
Dichte Autobahnen, eingeschränkter Flugverkehr
Auf eisglatter Straße ist ein Linienbus im Spessart mit Wucht in ein Wohnhaus gekracht. Dabei kamen zwei Menschen ums Leben. Der Bus war im unterfränkischen Miltenberg bei Schnee und Eis von der Straße abgekommen, durchbrach eine Außenmauer des Hauses und bohrte sich meterweit ins Erdgeschoss.
In Sachsen ging auf Autobahnen oft nichts mehr. Auch der Münchner Flughafen strich bis zum Mittag mehr als 60 Flüge. Bei der Deutschen Bahn fielen am Mittwochvormittag zahlreiche Züge aus.
Die Schneedecke war vielerorts so hoch wie noch nie an einem 15. Dezember. In Dresden (26 Zentimeter) und Chemnitz (46 Zentimeter) seien die bisherigen Höchstwerte aus dem Jahr 1976 übertroffen worden.
Probleme auch auf den Straßen Brandenburgs: Wo sich der Schnee bis zu 80 Zentimeter auftürmte, sei kein Durchkommen gewesen, sagte die Sprecherin des Landkreises Uckermark. Schnee und Eis bremsten auch Berlin aus.
Tödlicher Rodelunfall
In Rheinland-Pfalz verunglückte eine 56 Jahre alte Frau beim Rodeln mit ihren beiden Enkeln tödlich. Die Oma krachte auf einer Weide mit ihrem Schlitten in einen Zaun.
In einigen Kommunen Nordrhein-Westfalens wird schon wieder Streusalz knapp. So reichen die Vorräte etwa in Münster nur noch bis zum Wochenende, in Bonn bis Montag - wenn sich das Wetter nicht grundlegend ändert. Salz ist zwar nachbestellt. Wann es geliefert wird, ist aber offen.
In Deutschlands Mittelgebirgen können aber auch die schönen Seiten des Winters genossen werden. Der Thüringer Wald erwartet am vierten Adventswochenende viele Wintersportler - im Angebot sind mehr als 800 Kilometer präparierte Loipen und viele Lifte.