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Rainer Wendt, der Bundesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, verbindet den Fall Freiburg mit Flüchtlingspolitik.
Rainer Wendt, der Bundesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, verbindet den Fall Freiburg mit Flüchtlingspolitik.(Foto: picture alliance / dpa)
Montag, 05. Dezember 2016

Studentin in Freiburg getötet: Wendt macht Zuwanderung mitverantwortlich

Ein 17-Jähriger steht im Verdacht, eine Studentin in Freiburg vergewaltigt und ermordet zu haben. Er ist ein afghanischer Flüchtling. Es entbrennt erneut eine Debatte über Zuwanderung, in die sich nun auch ein Polizeigewerkschafter einmischt.

Der Polizeigewerkschafter Rainer Wendt hat mit Äußerungen zur Tötung einer Studentin in Freiburg für Aufregung gesorgt. Darin brachte er den Mordfall direkt mit Zuwanderung in Verbindung. Wendt, Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), sagte der "Bild"-Zeitung: "Dieses und viele andere Opfer würde es nicht geben, wäre unser Land auf die Gefahren vorbereitet gewesen, die mit massenhafter Zuwanderung immer verbunden sind. Und während Angehörige trauern und Opfer unsägliches Leid erfahren, schweigen die Vertreter der 'Willkommenskultur'."

Wendt, der CDU-Mitglied ist, fügte hinzu: "Die grausame Seite dieser Politik wird abgewälzt auf die Opfer und auf eine seit Jahren kaputt gesparte Polizei und Justiz. Und so wachsen die Gefahren für unser Land beständig."

Der SPD-Vizevorsitzende Ralf Stegner kritisierte Wendt deshalb scharf. "Einlassungen von DPolG-Chef Wendt zu der grausamen Freiburger Gewalttat ist politisch widerlich und dümmer als die Polizei erlaubt", twitterte er. Und: "Abscheuliche Gewalttat in Freiburg führt zu Generalverdacht gegen andere Flüchtlinge. Das ist eines Rechtsstaates unwürdig." Als mutmaßlicher Täter war ein 17-jähriger Flüchtling aus Afghanistan festgenommen worden.

Auch zahlreiche andere Politiker warnten nach dem Verbrechen in Freiburg vor Hetze gegen Flüchtlinge. Die stellvertretende CDU-Vorsitzende Julia Klöckner sagte der "Bild": "Solche Grausamkeiten werden leider von In- wie Ausländern begangen, das ist leider kein neues Phänomen." Auch CSU-Innenexperte Stephan Mayer warnte davor, alle Migranten und Flüchtlinge unter Generalverdacht zu stellen. SPD-Chef Sigmar Gabriel sagte, man werde nach solchen Gewaltverbrechen keine Volksverhetzung zulassen – "egal, wer sie begeht".

Quelle: n-tv.de

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