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Die Alternative für Deutschland gründete sich im Februar in Berlin.
Die Alternative für Deutschland gründete sich im Februar in Berlin.(Foto: dpa)

Auch ein Landtagsabgeordneter wechselt: AfD zählt 2800 Überläufer

Wie wird die Euro-kritische Partei Alternative für Deutschland die deutsche Parteienlandschaft verändern? Eine erste Statistik zeigt, wer die Mitglieder sind: Viel haben eine politische Vorgeschichte. Und sogar einen Landtagsabgeordneten hat die AfD nun.

Mehr als ein Viertel der AfD-Mitglieder war zuvor in einer anderen Partei. Der "Spiegel" berichtet aus der Mitgliederstatistik der Alternative für Deutschland (AfD), die am vergangenen Freitag 10.476 Mitglieder erfasst hatte. Von diesen gaben 2795 bei ihrem Beitritt an, zuvor einer andern Partei angehört zu haben.

Den größten Zulauf hatte die AfD demnach mit 1008 Mitgliedern von der CDU, von der FDP kamen 587, von der SPD 558. Die CSU verlor 220 Anhänger an die Euro-Kritiker. "Es gibt einen spürbaren Aderlass bei den etablierten Parteien", sagte Parteichef Bernd Lucke dem "Spiegel". Er weist besonders auf die 142 Ex-Piraten und 106 Ex-Grünen hin, die nun zur AfD gehören.

Einen besonderen Überlauf gab es zu Beginn des AfD-Parteitags in Hessen. Der Landtagsabgeordnete Jochen Paulus (FDP) sagte, er aus der FDP aus- und in die AfD eingetreten. Im Landtag gilt er damit offiziell als fraktionslos.

Die Geschlechterverteilung in der Partei macht Lucke Sorgen: 86 Prozent der Mitglieder sind Männer. In Nordrhein-Westfalen, dem stärksten Landesverband der AfD, ist mit 1946 Mitgliedern schon fast die Zahl der 2000 Unterstützer erreicht, die für eine Kandidatur zur Bundestagswahl nötig ist. Weitere Hochburgen sind Bayern (1541 Mitglieder) und Baden-Württemberg (1368). Schwach aufgestellt ist die Partei in Berlin mit 531 Anhängern und in den ostdeutschen Ländern.

In dieser Woche war ein internes Papier der SPD an die Öffentlichkeit gelangt, in dem die AfD als "sehr ernst zu nehmen" bezeichnet wird. Die Sozialdemokraten erwarten aber vor allem einen Schaden für CDU/CSU und FDP. Zwar hätten sich populistische Tendenzen in Deutschland häufig selbst "entzaubert", wie es die SPD auch bei der AfD erwartet. Doch gut möglich sei, so die Einschätzung, "dass diese 'Entzauberung' erst nach der Bundestagswahl erfolgt".

Quelle: n-tv.de

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