Kein Waffenstillstand im Sudan Al-Baschir will weiterkämpfen
Die Teilung des Sudans steht unmittelbar bevor. Und noch in der vergangenen Woche gibt sich die Regierung im Streit um den Bundesstaat Süd-Kordofan versöhnlich. Nun sendet Präsident Al-Baschir verstörende Signale. So solle die sudanesische Armee Süd-Kordofan endgültig von Rebellen "säubern".
Der sudanesische Präsident Omar Al-Baschir hat seine Soldaten dazu aufgerufen, im umstrittenen Bundesstaat Süd-Kordofan weiter kompromisslos gegen die Opposition vorzugehen. "Ich habe die Streitkräfte angewiesen, ihren Einsatz in Süd-Kordofan fortzusetzen, bis sie das Gebiet von den Rebellen gesäubert haben", sagte Baschir in einer Moschee in Khartum in einer Rede. Nach Angaben des arabischen Senders Al-Dschasira gibt es damit kaum noch Hoffnungen auf einen Waffenstillstand. Der Appell des wegen Kriegsverbrechen international gesuchten Al-Baschir kam nur rund eine Woche vor der Teilung des ostafrikanischen Krisenstaates.
Erst in der vergangenen Woche hatten sich die Regierung in Khartum und die dem Südsudan nahestehende Opposition in Äthiopiens Hauptstadt Addis Abeba darauf verständigt, die umkämpften Gebiete Blauer Nil und Süd-Kordofan künftig gemeinsam zu verwalten. Süd-Kordofan gehört zum arabisch-muslimischen Norden, steht aber - ebenso wie der Grenzstaat Blauer Nil - unter dem Einfluss der Sudanesischen Befreiungsbewegung (Sudan People's Liberation Movement, SPLM), die den Süden anführt. Nach Schätzungen der UNO wurden durch die Kämpfe in der Grenzregion bereits mehr als 70.000 Menschen vertrieben.
Nach dem Volksentscheid Anfang des Jahres wird der Südsudan am 9. Juli seine Unabhängigkeit erklären und zum 54. afrikanischen Land werden.