Politik
Rauch steigt über Sulaiman Bek, nahe Amerli, auf.
Rauch steigt über Sulaiman Bek, nahe Amerli, auf.(Foto: REUTERS)
Montag, 01. September 2014

Schlimme Zustände nach IS-Terror: Amerli erholt sich von Belagerung

Zwei Monate war die nordirakische Stadt Amerli von IS-Extremisten eingeschlossen. Nach der Befreiung durch irakische Truppen ist das Leiden der Bewohner nicht zu Ende.

Die aus der Belagerung durch Extremisten befreiten Menschen in der irakischen Stadt Amerli sind auf sofortige Hilfe angewiesen. Hunderte Familien litten nach der Blockade durch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) Hunger, berichtete die irakische Nachrichtenseite Al-Sumaria News unter Berufung auf einen lokalen Politiker. Viele Menschen seien erkrankt. Sie hätten über Wochen verunreinigtes Wasser aus versiegenden Brunnen trinken müssen. Der scheidende Ministerpräsident Nuri al-Maliki sei nach Amerli gereist, um sich ein Bild der Lage vor Ort zu machen.

Amerli und die umliegenden Dörfer waren am Sonntag bei einer gemeinsamen Offensive von kurdischen Peschmerga-Kämpfern und der irakischen Armee befreit worden. Nach Angaben des irakischen Staatssenders al-Iraqiya wurden dabei mindestens 100 IS-Kämpfer getötet. Die Extremisten hatten die Stadt zwei Monate lang belagert.

Peschmerga-Soldaten rückten am Wochenende an mehreren Fronten gegen IS-Stellungen vor. Nach Angaben der kurdischen Nachrichtenseite Rudaw eroberten die Soldaten bereits am Samstag den strategisch wichtigen Ort Sumar nahe des Mossul-Damms.

Weiterer Vormarsch

Kurdische Kämpfer und verbündete schiitische Milizen eroberten inzwischen auch die irakische Stadt Sulaiman Bek von den Dschihadisten zurück. Die nördliche Stadt sei wieder unter der Kontrolle der "verbündeten Kräfte", es gehe aber noch immer Gefahr von möglicherweise zurückgelassenen Sprengsätzen aus, sagte der Regierungsverantwortliche für das nahegelegene Gebiet Tus Churmatu, Schallal Abdul Baban. Zudem gebe es Kämpfe um die ebenfalls in der Provinz Salaheddin gelegene Ortschaft Jankadscha.

Ein Kämpfer der kurdischen Peschmerga-Einheiten sowie ein Vertreter aus Sulaiman Bek bestätigten, dass die Stadt nach über elf Wochen in den Händen der Islamisten zurück erobert worden sei. Demnach handelte es sich um eine wichtige Position der Dschihadisten. Die Ortschaft liegt in der Nähe von Amerli.Dabei seien ein wichtiger IS-Anführer getötet und 36 weitere Kämpfer gefangen genommen worden, berichtete Rudaw. Die US-Luftwaffe hatte nach Angaben des US-Zentralkommandos die Offensiven in Amerli und Sumar mit Luftschlägen unterstützt. Vom Beginn ihres Einsatzes bis zum Sonntag haben die US-Streitkräfte eigenen Angaben zufolge 120 Luftangriffe im Irak geflogen.

Quelle: n-tv.de

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