Politik
Angeblich löste eine Fassbombe diese Explosion in der syrischen Stadt Aleppo aus.
Angeblich löste eine Fassbombe diese Explosion in der syrischen Stadt Aleppo aus.(Foto: REUTERS)
Donnerstag, 11. Dezember 2014

50 Luftangriffe am Tag in Syrien: Assad bombt und bombt und bombt

Von Issio Ehrich

Der syrische Präsident Assad wird des Kampfes nicht müde. Im Gegenteil. Das legen zumindest Statistiken der syrischen Menschenrechtsbeobachter nahe. Stimmen die Zahlen, wäre sein Luftkrieg gegen die eigene Bevölkerung gewaltiger als die Attacken der USA gegen den IS.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte kann sich Zynismus nicht verkneifen: In ihrer jüngsten Pressemitteilung fordert sie, das syrische Regime in das Guinness-Buch der Rekorde aufzunehmen. Warum? In den vergangenen 50 Tagen flog die Luftwaffen von Präsident Baschar al-Assad fast 2500 Angriffe, so eine Statistik der Organisation.

Der Grund für den Zynismus der Menschenrechtsbeobachter liegt nahe: Opfer der Angriffe sind nicht maßgeblich die Kämpfer des Islamischen Staates (IS), sondern vor allem Zivilisten und Gegner des Regimes. Und die Weltöffentlichkeit bekommt kaum etwas davon mit.

Zum Einsatz kamen bei den Angriffen laut den Menschenrechtsbeobachtern Kampfflugzeuge und Hubschrauber. Die Jets bombardierten demnach 1304 Ziele unter anderem in den Regionen Damaskus, Aleppo, Idlib und Homs. Die Helikopter schlugen 1125 Mal zu. Laut der Beobachtungsstelle vor allem mit Fassbomben. Die Organisation, die sich vor allem aus oppositionellen Syrern zusammensetzt, zählt in ihrer Statistik 603 tote Zivilisten und mehr als 2400 Verletzte.

Ein Appell an die Staaten mit Einfluss

"Wir fordern Staaten, die Einfluss auf die internationale Gemeinschaft haben und behaupten, die Menschenrechte zu verteidigen, sich mehr anzustrengen, um diese Verbrechen zu beenden", heißt es in der Mitteilung der Menschenrechtsbeobachter. Sie greifen zudem explizit Russland und China an, die Resolutionen des UN-Sicherheitsrates gegen das Assad-Regime bislang durch ihr Veto-Recht in dem Gremium verhindert haben.

Wenn die Zahlen der syrischen Menschenrechtsbeobachter stimmen - sie lassen sich durch andere Quellen kaum bestätigen noch widerlegen - wäre das Ausmaß von Assads Luftkrieg immens. 2500 Luftangriffe in 50 Tagen bedeuten: 50 Bomben am Tag. Zum Vergleich: Die USA und ihre Verbündeten im Kampf gegen den IS flogen zwischen dem 8. und dem 10. Dezember eigenen Angaben zufolge sieben Luftangriffe in Syrien, ausschließlich in der Nähe der umkämpften Stadt Kobane. Hinzu kamen 13 Attacken auf IS-Stellungen im Irak.

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Quelle: n-tv.de

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