Politik
Im Südosten der Türkei herrschen kriegsähnliche Zustände: Hier ein Blick auf die Provinzhauptstadt Diyarbakir.
Im Südosten der Türkei herrschen kriegsähnliche Zustände: Hier ein Blick auf die Provinzhauptstadt Diyarbakir.(Foto: REUTERS)

Neuer Anschlag in der Türkei: Attentäter greift Konvoi an

Die Türkei kommt nicht zur Ruhe: Am Tag nach der Explosion einer Autobombe im Regierungsviertel von Ankara kommt es im Südosten des Landes zu einem neuerlichen Anschlag. Mindestens sechs Soldaten verlieren ihr Leben.

Einen Tag nach dem schweren Anschlag von Ankara mit 28 Toten sind bei einem neuen Angriff auf die türkische Armee im Südosten des Landes mindestens sechs Soldaten getötet worden. Ziel des Anschlags nahe der Ortschaft Lice in der Provinz Diyarbakir sei am Morgen ein Militärkonvoi gewesen, teilte die türkische Armee mit.

Ein weiterer Soldat sei bei der Detonation des Sprengsatzes auf der Straße von der Provinzhauptstadt Diyarbakir nach Lice schwer verwundet worden, hieß es. Aufgabe der Soldaten sei es gewesen, die Straße nach Sprengsätzen abzusuchen.

Die Armee machte die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK für die Tat verantwortlich. Der Anschlag trifft die Türkei in einer Phase erhöhter Sicherheitsvorkehrungen: Am Vorabend waren bei einem Autobombenanschlag auf Militärbusse im Regierungsviertel der Hauptstadt Ankara 28 Menschen getötet und mehr als 60 weitere verletzt worden. Die türkische Regierung machte die PKK und die syrische Kurdenmiliz YPG für den Anschlag im Regierungsviertel verantwortlich.

Im Krieg mit den Kurden?

Regierungschef Ahmet Davutoglu machte am Tag danach die PKK und eine syrische Kurdenmiliz dafür verantwortlich. Bei dem Attentäter handelte es sich seinen Angaben zufolge um einen 23-jährigen Syrer mit Verbindungen zur "separatistischen" PKK. Neun Verdächtige wurden demnach festgenommen. PKK-Sprecher wiesen die Vorwürfe zurück. Die PKK sei für den Anschlag von Ankara nicht verantwortlich, hieß es.

Im Südosten des Landes geht die Armee mit aller Härte gegen die PKK-Rebellen vor. Diese verüben immer wieder Anschläge auf die türkischen Sicherheitskräfte. Der jahrzehntelange Konflikt mit der PKK war im vergangenen Sommer neu aufgeflammt, nachdem der Friedensprozess mit der türkischen Regierung zusammengebrochen war. Die Türkei bekämpft Kurdenmilizen auch in den Nachbarländern Syrien und Irak - unter anderem auch mit Artilleriebeschuss und Luftangriffen jenseits der türkischen Grenze.

Luftschläge jenseits der Grenze

Erst Mitte der Woche flog die türkische Luftwaffe irakischen Medienberichten zufolge Angriffe auf Stellungen der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK im Nordirak. Das Bombardement habe eine Stunde gedauert, berichtete der Fernsehsender "Al Sumaria".

Unklar war zunächst, ob die Luftschläge im Zusammenhang mit dem Terroranschlag in der türkischen Hauptstadt Ankara standen. Syrien und der Nordirak gelten als wichtige Rückzugsräume kurdischer Kämpfer.

Im Südosten des Landes sehen sich Anhänger von PKK und anderen Kurdenorganisationen seit vergangenem Sommer einer massiven Offensive des türkischen Militärs ausgesetzt - mit teils erheblichen Auswirkungen für die lokale Zivilbevölkerung.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen