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Bachmann: "Man muss sich auch mal selbst auf die Schippe nehmen."
Bachmann: "Man muss sich auch mal selbst auf die Schippe nehmen."(Foto: Facebook)

"Er ist wieder da!": Bachmann posiert als Hitler

Lutz Bachmann gerät zunehmend unter Druck. Er soll Flüchtlinge und Asylbewerber als "Viehzeug" und "Gelumpe" bezeichnet haben. Allein das könnte den Tatbestand der Volksverhetzung erfüllen. Jetzt taucht auch noch ein Foto auf, das ihn als Hitler zeigt.

Auf Facebook kursiert ein Kommentar, der dem Initiator der Pegida-Bewegung, Lutz Bachmann, zugeordnet wird. Darin beschimpft er Flüchtlinge und Asylbewerber als "Viehzeug", "Dreckspack" und "Gelumpe". Die Staatsanwaltschaft Dresden geht dem Verdacht auf Volksverhetzung nach. Zudem kursiert ein Foto in sozialen Netzwerken, das Bachmann als Hitler zeigt. Sein "Beitrag zu einer Satire", wie er selbst sagt. Ein Ermittlungsverfahren könnte folgen.

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Das beschriebene Foto soll Bachmann schon vor einiger Zeit auf Facebook veröffentlich haben. Erst jetzt verbreitet es die Internetgemeinde in Netzwerken wie Facebook und Twitter. Es zeigt Bachmann, wie er als Adolf Hitler posiert, mit markantem Bärtchen und gegelter Seitenscheitel-Frisur. Sein Kommentar dazu: "Er ist wieder da!"

Gegenüber der "Bild"-Zeitung bestätigte Bachmann die Echtheit des Fotos. Er habe es zur Veröffentlichung des Satire-Hörbuchs von "Er ist wieder da" beim Friseur geknipst und dem Komiker Christoph Maria Herbst auf die Pinnwand gepostet. "Ihm hat es gefallen. Man muss sich auch mal selbst auf die Schippe nehmen", so Bachmann bei der "Bild"-Zeitung.

Eintrag offenbar echt

Für Wirbel hatten auch Kommentare bei Facebook gesorgt, die Lutz Bachmann zugeschrieben werden. Dabei geht es um Menschen, die von der Asylbehörde Lebensmittelgutscheine bekommen. Ein Nutzer, der sich Lutz Bachmann nennt, kommentiert dies mit den Worten, dass es sich um "Viehzeug" handelt "und dass es aus gutem Grund bewacht werden muss!" In einem weiteren Post beschimpft "Bachmann" diese Menschen als "Gelumpe", "Dreckspack" und schreibt, es gebe "keine echten Kriegsflüchtlinge".

Nicht zweifelsfrei erwiesen ist, dass es sich dabei um den Pegida-Chef handelt. Allerdings hält die Facebook-Seite Pegida#Watch, die die Protest-Bewegung auf Facebook kritisch beobachtet, das Profil von "Bachmann" für echt. Auch sie verbreiten den Screenshot der Beschimpfungen, schreiben, es gebe keinen Grund, die Authentizität anzuzweifeln. Auf Nachfrage der "Bild"-Zeitung, ob er der Autor der Beschimpfungen sei, wollte Bachmann nicht antworten: "Wir geben zu privaten Sachen keinen Kommentar mehr. Nur noch zu Inhalten von Pegida."

Paragraph 130 StGB könnte greifen

Bachmann war schon öfter im Netz mit ausfallenden Bemerkungen aufgefallen. So soll er Gregor Gysi als "Stasischwein" bezeichnet und die Erschießung der "Öko-Terroristin Claudia Fatima Roth" gefordert haben.

Der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Dresden, Oberstaatsanwalt Wolfgang Klein, sagte der "Leipziger Volkszeitung": "Sollten sich diese Vorwürfe bestätigen, könnte das unter anderem den Tatbestand der Volksverhetzung nach Paragraph 130 StGB erfüllen." In diesem Fall würde die Staatsanwaltschaft automatisch ein Ermittlungsverfahren einleiten.

Der Pegida-Chef steht aber nicht nur wegen möglicher Volksverhetzung im Fokus der Justiz. Schon demnächst muss sich Bachmann wegen eines Strafverfahrens vor dem Landgericht Dresden verantworten. Das teilte Landgerichtssprecher Ralf Högner mit. Die "Sächsische Zeitung" hatte berichtet, dass der 41-jährige Bachmann den Unterhaltszahlungen für seinen Sohn nicht nachgekommen sei. Das Amtsgericht Dresden hatte ihn dafür schon im Frühjahr vergangenen Jahres zu einer Geldstrafe verurteilt. Sowohl Verteidigung als auch Staatsanwaltschaft hatten damals Berufung eingelegt. Damals war Bachmann nur auf Bewährung frei. Sollte das Landgericht ihn in dem Berufungsverfahren schuldig sprechen, könnte die Bewährungsstrafe aufgehoben werden - dann müsste Bachmann ins Gefängnis.

Das wäre allerdings nicht das erste Mal, dass Bachmann juristisch belangt wird. Schon 2010 wurde er zu einer Haftstrafe von zwei Jahren auf Bewährung verurteilt. Der Grund war Drogenhandel. Auch wegen Körperverletzung und Diebstahls ist er vorbestraft.

Quelle: n-tv.de

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