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Bisher ist es muslimischen Lehrerinnen strikt untersagt, im Unterricht ein Kopftuch zu tragen - mit Ausnahme des Religionsunterrichts.
Bisher ist es muslimischen Lehrerinnen strikt untersagt, im Unterricht ein Kopftuch zu tragen - mit Ausnahme des Religionsunterrichts.(Foto: picture alliance / dpa)

Neuer Staatsvertrag ab Januar: Bald muslimischer Feiertag in Niedersachsen?

Hamburg und Bremen haben es schon getan, nun will auch Niedersachsen einen Staatsvertrag mit muslimischen Verbänden abschließen. Nicht nur eine Lockerung des Kopftuchverbots hält SPD-Ministerpräsident Weil dabei für möglich.

Das Land Niedersachsen will Anfang des neuen Jahres einen Staatsvertrag mit den muslimischen Verbänden schließen. Das kündigte SPD-Ministerpräsident Stephan Weil in einem Gespräch mit der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" an.

Es sei durchaus möglich, darin das Feiertagsgesetz zu ändern "und auch islamische Feste als religiöse Feiertage anzuerkennen", sagte Weil. Islamische Schüler in Niedersachsen können sich bereits jetzt zu hohen Feiertagen vom Unterricht befreien lassen.

Aber nicht nur das: Mit dem neuen Staatsvertrag könne es auch zu Lockerungen beim Kopftuchverbot für Lehrerinnen im öffentlichen Dienst kommen. "Es ist möglich, dass es zu einer flexibleren Regelung kommt als derzeit", sagte Weil. Allerdings müsse der Schulfrieden gewahrt bleiben.

Bisher ist es muslimischen Lehrerinnen strikt untersagt, im Unterricht ein Kopftuch zu tragen - mit Ausnahme des Religionsunterrichts. Niedersachsen ist nach Hamburg und Bremen das dritte deutsche Bundesland, das einen Staatsvertrag mit seiner muslimischen Gemeinschaft vorbereitet.

Hamburg schloss im November 2012 als erstes deutsches Bundesland einen Staatsvertrag mit seinen islamischen und alevitischen Religionsgemeinschaften ab. Die Staatsverträge regeln diverse Aspekte der praktischen Religionsausübung und beinhalten auch Erklärungen zu Toleranz und Nichtdiskriminierung.

Quelle: n-tv.de

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