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Die Provinz Idlib im Nordwesten Syriens wird von der Al-Nusra-Front kontrolliert: Unter den Toten sollen viele Extremisten sein.
Die Provinz Idlib im Nordwesten Syriens wird von der Al-Nusra-Front kontrolliert: Unter den Toten sollen viele Extremisten sein.(Foto: REUTERS)

Fast 60 Tote in Syrien: Bericht: Russland bombardiert Gefängnis

Aktivisten zufolge sollen bei einem russischen Luftangriff im Nordwesten Syriens fast 60 Menschen getötet worden sein. Die Regierung in Damaskus erklärt sich indes zur Teilnahme an Friedensgesprächen bereit - unter eigenen Bedingungen.

Bei einem russischen Luftangriff auf ein Gefängnis im Nordwesten Syriens sind Aktivisten zufolge dutzende Menschen getötet worden. Mindestens 57 Menschen seien der Attacke zum Opfer gefallen, unter ihnen zahlreiche Häftlinge und fünf Zivilisten, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit.

Ziel des Angriffs war den Angaben zufolge ein Gefängnis der mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbündeten radikalislamischen Al-Nusra-Front in der Ortschaft Maarat al-Numan in der Provinz Idlib. Das Gebäude befindet sich demnach nahe einem belebten Markt. Die Islamisten hielten dort Kämpfer rivalisierender Rebellengruppen gefangen.

Die Beobachtungsstelle mit Sitz in Großbritannien stützt sich auf ein Netzwerk von Aktivisten vor Ort, ihre Angaben sind von unabhängiger Seite kaum zu überprüfen. Russland fliegt seit September Luftangriffe in Syrien - nach eigenen Angaben gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat. Der Westen hegt allerdings den Verdacht, dass die russischen Angriffe eher dem Ziel dienen, Staatschef Baschar al-Assad zu stützen.

Teilnahme an Friedensgesprächen

Die Regierung in Damaskus hat sich unter Bedingungen zur Teilnahme an den geplanten Friedensgesprächen zum syrischen Bürgerkrieg bereit erklärt. Benötigt werde eine Liste der Oppositionsführer, die an den Verhandlungen ab dem 25. Januar teilnehmen sollen, sagte Außenminister Walid al-Mualem dem UN-Gesandten Staffan de Mistura staatlichen Medien zufolge. Zudem müsste eine zweite Liste vorgelegt werden mit den Gruppen, die als Terroristen eingestuft würden.

Die vom UN-Sicherheitsrat unterstützten Gespräche sollen in Genf stattfinden. Ob sie zustande kommen, ist unsicher. Oppositionsgruppen verlangen, dass die Regierung von Präsident Baschar al-Assad zunächst die Bombardierung von Wohngebieten und die Belagerungen von Städten beenden soll. Auch die Spannungen zwischen dem Iran und Saudi-Arabien belasten die Verhandlungen, weil sie jeweils andere Seiten im Konflikt unterstützen. In dem seit fast fünf Jahren anhaltenden Bürgerkrieg sind etwa 250.000 Menschen ums Leben gekommen. Millionen Syrer sind auf der Flucht.

Quelle: n-tv.de

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