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Gepard-Flugabwehrpanzer der Bundeswehr (Archivbild).
Gepard-Flugabwehrpanzer der Bundeswehr (Archivbild).(Foto: picture-alliance/ dpa)

Feuerschutz für den Papst in Rio: Brasilien kauft Flak-Panzer

Im Juni kommt Papst Franziskus, ein Jahr später gibt es die Fußball-WM: Brasilien arbeitet intensiv an der Vorbereitung für diese großen Events. Zur Abwehr bösartiger Bedrohungen aus der Luft bestellt das Land ausgemusterte Flugabwehrpanzer aus Deutschland.

Waffenschau in Rio (Modell): Mit deutschen Panzern wollen die Brasilianer Terrorangriffe abwehren.
Waffenschau in Rio (Modell): Mit deutschen Panzern wollen die Brasilianer Terrorangriffe abwehren.(Foto: REUTERS)

Für bevorstehende Großereignisse wie den katholischen Weltjugendtag in diesem Jahr und die Fußball-Weltmeisterschaft im kommenden Jahr will sich Brasilien mit deutschen Spezialpanzern ausstatten.

Das Verteidigungsministerium in Berlin bestätigte vor dem Wochenende entsprechende Berichte. Brasilien will demnach insgesamt 37 deutsche Flugabwehrpanzer aus den Altbeständen der Bundeswehr kaufen.

Entsprechende Verhandlungen seien auch schon "sehr weit vorangeschritten", hieß es aus Berlin. Bei den Panzern handelt es sich um sogenannte Flugabwehrkanonenpanzer vom Typ "Gepard 1A2", für die die Bundeswehr keine Verwendung mehr hat. In den kommenden Tagen solle ein Vertrag über die Lieferung von insgesamt 37 Gepard-Panzern unterzeichnet werden, teilte das brasilianische Verteidigungsministerium mit.

Geschäft ohne Parlamentsdeckung

Die jeweils 47,5 Tonnen schweren Panzer seien in den vergangenen Jahren mit neuen Radaranlagen ausgerüstet worden und sollten in mehreren Tranchen ausgeliefert werden. Nach brasilianischen Medienberichten beläuft sich der Gesamtpreis auf rund 30 Mio. Euro. Ihre Operationstauglichkeit soll bis in das Jahr 2030 reichen. Die Bundeswehr hatte ihre letzten "Gepard 1A2" 2010 ausgemustert.

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Die Bewilligung des Geschäfts erfolgt nach Angaben aus deutschen Regiegungskreisen, ohne dass der geheim tagende Bundessicherheitsrat eingeschaltet werden muss. Die Entscheidung werde von Verteidigungs-, Wirtschafts- und Außenministerium gemeinsam getroffen, hieß es.

Der Grund dafür ist, dass es sich um ein Geschäft direkt von Regierung zu Regierung handelt. Auch in Berlin wird mit einem baldigen Abschluss gerechnet. Zudem hat in Deutschland bereits die Ausbildung von brasilianischem Personal begonnen.

Feuerschutz für den Papst in Rio

Bis Juni sei die Lieferung von acht Panzern geplant, hieß es. Eine weitere Teillieferung sei für 2015 vorgesehen. Die beschleunigte Auslieferung eines ersten Kontingents hat spektakuläre Gründe: Am 15. Juni beginnt in Brasilien der Fifa Confederations Cup, der in den großen Stadien von Städten wie Rio, Brasilia, Recife oder Belo Horizonte ausgetragen wird.

Es bleibt nicht allein beim Sport: Der katholische Weltjugendtag, an dem auch Papst Franziskus teilnehmen will, findet im Juli in Rio de Janeiro statt.

In naher Zukunft folgen weitere Großereignisse, die nach den Befürchtungen der Sicherheitsverantwortlichen ebenfalls zur Zielscheibe krimineller oder terroristischer Kräfte werden könnten: 2014 ist Brasilien Gastgeber der Fußball-WM. Und zwei Jahre darauf strömen Sportler, Offizielle und Fans nach Rio, um an den Olympischen Sommerspiele 2016 teilzunehmen.

All diese Massenveranstaltungen gelten nach Auffassung brasilianischer Sicherheitsbehörden als potenzielle Anschlagsziele, für die auf verschiedenen Ebenen umfangreiche Vorbereitungen getroffen werden. Die Gepard-Panzer würden benötigt, um bei den Großereignissen die Menschen in den Stadien zu schützen, sagte General Marcio Roland Heise von der brasilianischen Luftabwehrbrigade.

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Quelle: n-tv.de

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