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Die Griechenland-Krise verdeckt, dass Europa noch an anderen Fronten zu kämpfen hat.
Die Griechenland-Krise verdeckt, dass Europa noch an anderen Fronten zu kämpfen hat.(Foto: REUTERS)

"Das ist ein Rohrkrepierer": Briten wollen nicht für Griechen zahlen

London will auf dem EU-Finanzministertreffen heute in Brüssel eine Beteiligung an den Hilfen für Griechenland auf den letzten Metern abwenden. Der britische Finanzminister wirbt dafür bei seinen EU-Kollegen. Allein schon der Gedanke sei ein "Rohrkrepierer".

Das neue Hilfsprogramm für Griechenland soll weitgehend durch die 19 Euro-Staaten finanziert werden. Die Briten, die zwar der EU, nicht aber der Euro-Gruppe angehören, ließen vor dem Treffen der EU-Finanzminister heute in Brüssel durchsickern, dass sie nicht bereit sind, sich an dem Hilfsprogramm finanziell zu beteiligen. Der britische Finanzminister George Osborne soll das in einer Reihe von Telefonaten mit den europäischen Kollegen gestern angedeutet haben. Das berichtet die "Financial Times".

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"Unsere Kollegen von der Eurozone haben von uns klar und deutlich die Botschaft erhalten, dass es nicht hinnehmbar wäre, in dieser Angelegenheit eine britische Unterstützung wiederaufzugreifen", verlautete aus dem Finanzministerium in London. "Allein die Vorstellung, das Geld britischer Steuerzahler für die neueste Vereinbarung mit Griechenland zu verwenden, ist schon ein Rohrkrepierer", hieß es weiter.

2010 hatte der britische Premierminister David Cameron die Zusage erhalten, dass der damalige Europäische Stabilitätsmechanismus (EFSM) aller EU-Staaten keine Hilfsprogramme für Euro-Länder mehr gewährt. Vielmehr sollen nur die 19 Euro-Länder für solche Hilfsprogramme geradestehen.

Zurück auf Start

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hatte allerdings vorgeschlagen, den EFSM als zusätzliche Sicherheit für kurzfristige Kredite für Griechenland wiederzubeleben. Auch Euro-Gruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem bestätigte, dass man über ein Hilfsprogramm berate, an dem sich alle EU-Staaten beteiligen.

Ein britischer Regierungssprecher sagte dazu, Cameron gehe indes davon aus, dass die Zusage von 2010 weiter gelte und der EFSM nicht mehr genutzt werde.

Cameron sieht sich einer wachsenden EU-Skepsis der Briten gegenüber. Deshalb hatte er vor seiner Wiederwahl im Mai versprochen, bis spätestens Ende 2017 ein Referendum über den Verbleib Großbritanniens in der EU abhalten zu lassen. Um sein Land in der EU zu halten, bemüht er sich derzeit, günstigere Bedingungen für Großbritannien auszuhandeln.

Die Euro-Länder hatten sich am Montag grundsätzlich bereit erklärt, das vom Staatsbankrott bedrohte Griechenland mit einem neuen Milliarden-Hilfsprogramm zu unterstützen. Sie knüpften dies aber an umfangreiche Bedingungen.

Quelle: n-tv.de

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