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Nato-Codename "Fulcrum": Eine Mikojan-Gurewitsch Mig-29 im Show-Vorbeiflug (Archivbild).
Nato-Codename "Fulcrum": Eine Mikojan-Gurewitsch Mig-29 im Show-Vorbeiflug (Archivbild).(Foto: REUTERS)

Nato-Partner mit Mig-29: Bulgarien schickt Kampfjets nach Polen

Rückschlag für die russische Luftfahrtindustrie: Die bulgarische Luftwaffe lässt ihre Kampfjet-Flotte aus sowjetrussischer Produktion beim Nato-Partner Polen überarbeiten. Auch militärisch wollen sich die Bulgaren enger mit den Polen zusammentun.

Der Nato-Mitgliedstaat Bulgarien verzichtet bei der Modernisierung von Kampfflugzeugen vom Typ Mig-29 auf die Dienste Russlands. Die bulgarischen Streitkräfte lassen die Maschinen sowjetischer Bauart stattdessen beim Nato-Partner Polen neu ausrüsten.

Die Verteidigungsminister Bulgariens und Polens, Nikolaj Nentschew und Tomasz Siemoniak, unterzeichneten in Sofia eine entsprechende Absichtserklärung. Beide Minister besiegelten zugleich auch ein "Abkommen über Zusammenarbeit im militärischen Bereich".

Größenvergleich: Links ein Eurofighter "Typhoon", rechts eine Mig-29 der polnischen Luftwaffe (Archivbild).
Größenvergleich: Links ein Eurofighter "Typhoon", rechts eine Mig-29 der polnischen Luftwaffe (Archivbild).(Foto: REUTERS)
"Von historischer Bedeutung"

Die beiden früheren Ostblockstaaten rücken damit bei der Weiternutzung ihrer Bestände aus sowjetrussischer Herstellung unter dem Dach des westlichen Militärbündnisse näher zusammen. "Heute haben wir einen Schritt von historischer Bedeutung zur Entwicklung der Beziehungen zwischen Bulgarien und Polen gemacht", sagte der bulgarische Verteidigungsminister Nikolaj Nentschew.

Nentschew ist als Minister der Mitte-Rechts-Regierung in Sofia bemüht, die Abhängigkeit von Russland bei der Wartung und Instandhaltung von Militärtechnik aus Sowjetzeiten zu verringern. Bislang allerdings hält Sofia nicht mehr als eine Absichtserklärung in der Hand. Der Preis des Auftrags an Polen sowie weitere Details der Vereinbarung sollten zu einem späteren Zeitpunkt festgelegt werden, hieß es.

Nur noch zwei Jäger einsatzbereit

Die Modernisierung ist dringend erforderlich. Die militärische Schlagkraft und damit die abschreckende Wirkung der bulgarischen Luftwaffe stehen auf dem Spiel. Insbesondere die Triebwerke der zweistrahligen Kampfflugzeuge vom Typ Mig-29 müssten dringend überarbeitet werden, heißt es. Anderenfalls würden von Mitte 2016 an die Luftstreitkräfte des südosteuropäischen Nato-Staates nur noch über zwei einsatzbereite Militärflugzeuge verfügen.

Für eine wirkungsvolle Kontrolle des bulgarischen Luftraums ist das viel zu wenig: Zum Vergleich: Im Baltikum fliegen die Nato-Partner derzeit mit einem Einsatzgeschwader aus neun Jagdmaschinen Patrouille - unter anderem mit deutschen Eurofightern.

"2015 ist kritisch für die Kampfluftflotte Bulgariens", warnte das Verteidigungsministerium in Sofia in einer Stellungnahme. Durch die Kampfjets aus sowjetrussischer Produktion ist das Land auf technische Unterstützung ehemaliger Bruderstaaten angewiesen.

Die Ausmusterung der Mig-29 und die Anschaffung neuer Maschinen war für Bulgarien offenbar schon allein aus Kostengründen keine Option: Die Zusammenarbeit mit Polen erspart dem Land millionschwere Ausgaben für Kauf, Unterhalt und Training auf neueren Maschinen. Fliegerisch ist die Mig-29 vielen westlichen Jagdflugzeugen noch immer mindestens ebenbürtig, wenn nicht sogar überlegen.

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Quelle: n-tv.de

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