Politik

Globovisión auf dem KiekerChávez lässt Medien bekämpfen

29.06.2012, 10:16 Uhr
imageHier kommt der Autor hin

Er sieht sich selbst gerne im Fernsehen, stellt sich immer wieder stundenlang vor die Kamera: Venezuelas Staatschef Chávez. Doch wer kritisch über ihn berichtet, bekommt Gegenwind. So wie Globovisión.

2012-04-14T020239Z-01-VEN105-RTRMDNP-3-VENEZUELA-CHAVEZ-JPG4581002339777104654
Chávez ist der Sender lange schon ein Dorn im Auge. (Foto: REUTERS)

In Venezuela hat das oberste Gericht Geld des regierungskritischen Fernsehsenders Globovisión in Höhe von umgerechnet 4,5 Millionen Euro eingefroren. Mit dem Urteil soll der Sender dazu gezwungen werden, eine Strafe aus dem Jahr 2011 zu bezahlen. Die Rundfunkaufsicht des Landes hatte Globovisión im Oktober wegen angeblicher Falschberichte eine Strafzahlung von 1,7 Millionen Euro aufgebrummt. Die Richter verhängten nun die doppelte Summe zuzüglich der Kosten für das Verfahren.

Der Fernsehkanal steht seit langem wegen seiner kritischen Berichterstattung im Visier der Regierung von Präsident Hugo Chávez, die ihm "Medienterrorismus" vorwirft. Ihm drohte bereits die Schließung. Im konkreten Fall warf die Rundfunkaufsicht dem Sender vor, Berichte über eine blutige Gefängnismeuterei im Juni 2011, bei der 30 Häftlinge ums Leben kamen, dramatisiert zu haben. Globovisión nannte das Urteil "überraschend", weil das Gericht gar nicht zuständig sei, und legte bereits mehrfach Beschwerde gegen die Strafzahlung ein.

In Venezuela haben auch andere unabhängige Medien mit Einschränkungen durch den Staat zu kämpfen. Seit seinem Amtsantritt im Jahr 1999 betreibt Chávez eine beispiellose Neuordnung der Medienlandschaft des Landes. Zahlreiche private Medien wurden verstaatlicht. Im Jahr 2010 stimmte das Parlament für ein restriktives Mediengesetz. Im Oktober wird in Venezuela neu gewählt. Der krebskranke Linkspopulist Chávez kandidiert für eine dritte Amtszeit.

Quelle: ntv.de, AFP