Politik
Tim Farron, Chef der britischen Liberaldemokraten, will sein Amt nur noch bis zur Sommerpause ausüben.
Tim Farron, Chef der britischen Liberaldemokraten, will sein Amt nur noch bis zur Sommerpause ausüben.(Foto: REUTERS)
Mittwoch, 14. Juni 2017

Nach Großbritannien-Wahl: Chef der Liberaldemokraten tritt zurück

Bereits vor der Wahl wird Tim Farron wegen seiner Ansichten zu Themen wie Homoehe und Abtreibung in den eigenen Reihen kritisiert. Seinetwegen war der schwule innenpolitische Sprecher seiner Partei zurückgetreten. Nun will auch Farron sein Amt niederlegen.

Nach der Parlamentswahl in Großbritannien hat der Chef der Liberaldemokraten, Tim Farron, seinen Rücktritt vom Parteivorsitz angekündigt. Seine politische Rolle sei mit seinem christlichen Glauben nur schwer vereinbar gewesen, begründete der 47-Jährige seine Entscheidung. Er werde die Partei aber noch bis zum Beginn der parlamentarischen Sommerpause am 20. Juli führen.

"Ich war zwischen meinem Leben als gläubiger Christ und meiner Rolle als politischer Führungspersönlichkeit hin- und hergerissen", sagte Farron. Es sei ihm unmöglich gewesen, der Chef einer fortschrittlichen, liberalen Partei zu sein und zugleich an den Lehren der Bibel festzuhalten. Zuvor war er innerhalb seiner Partei wegen seiner Ansichten zu den Themen Homoehe und Abtreibung in die Kritik geraten.

Im Wahlkampf hatte sich Farron wiederholt kritischen Fragen zu seinem Glauben stellen müssen. So fragte ihn etwa eine Fernsehmoderatorin, ob er Homosexualität für eine Sünde halte. Farron antwortete mit "Nein". In der Vergangenheit war er ähnlichen Fragen ausgewichen. Der schwule innenpolitische Sprecher der Liberaldemokraten, Brian Paddick, war zuvor wegen Bedenken über Farrons "Ansichten zu verschiedenen Fragen" zurückgetreten.

Die Liberaldemokraten hatten bei der Parlamentswahl vier Sitze hinzugewonnen, waren aber hinter ihren Erwartungen zurückgeblieben. Insgesamt sicherten sie sich zwölf Sitze im Parlament und wurden drittstärkste Kraft. Als Koalitionspartner für Premierministerin Theresa May kommen sie aber nicht in Frage, weil sie den Brexit vehement ablehnen. Über das neue Kabinett mokierte sich Farron: Es sei so, "als würden die Liegestühle umgestellt, während die Titanic am Sinken ist", sagte er.

Quelle: n-tv.de

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