Politik
Der Zeitungsausschnitt, über den Tausende lachen. Minister Müller wird als Bayern-Star und Torschützenkönig vorgestellt.
Der Zeitungsausschnitt, über den Tausende lachen. Minister Müller wird als Bayern-Star und Torschützenkönig vorgestellt.

Upps, falsch gegoogelt: Zeitung verwechselt Minister mit "Bomber"

Von Jens Twiehaus

Einen Gedanken mehr hätten die türkischen Journalisten verschwenden sollen. Dann wäre dieser peinliche Fehler nicht passiert. Ausgerechnet auf der Titelseite der "Hürriyet" wird der neue deutsche Minister Gerd Müller zum Rekordfußballer erklärt. Im Netz lachen sich Tausende schlapp.

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Gerd wer? Diese Frage stellten sich nicht nur Millionen Deutsche, als Kanzlerin Angela Merkel am Wochenende ihre neuen Minister vorstellte. Gerd Müller übernimmt das Entwicklungsministerium. Ein bislang bundesweit unbekannter CSU-Politiker mit einem Allerweltsnamen, der aber dennoch einen guten Klang hat. Denn Gerd Müller ist auch der Name des deutschen Rekordtorjägers und Fußball-Weltmeisters von 1974. Er ist als "Bomber der Nation" ein Fußball-Heiliger.

An dieser Stelle beginnt die tü(r/c)kische Verwechslung: Die große türkische Tageszeitung "Hürriyet" brachte das Kunststück fertig, beide Müllers miteinander zu vertauschen. Ganz besonders tückisch: Ausgerechnet in Deutschland erschien der Fehler - und das auch noch auf der Titelseite der Montagausgabe. Viele fußballkundige türkische Leser dürften sich gewundert haben über die vermeintliche Wandlung des Ex-Fußballers zum erfolgreichen Politiker.

Aufgepasst: Das ist nicht Minister Müller.
Aufgepasst: Das ist nicht Minister Müller.(Foto: picture alliance / dpa)

Wie der Fehler ins Blatt kam, kann man sich bei "Hürriyet" auch nicht erklären. Der Fehler sei nicht in Deutschland entstanden, sondern in der Redaktion Istanbul. Möglicherweise hat einer der Journalisten ein wenig im Internet recherchiert und fatalerweise die falschen Schlüsse gezogen. Es ist aber auch ein bisschen fies: Denn wie Minister Müller ist auch der Fußballer Müller in Bayern zu Hause. Jedoch wurde er knapp zehn Jahre später geboren und war bei den ersten großen sportlichen Erfolgen seines Namensvetters noch ein Teenager.

Fehler bemerkt - aber zu spät

Auch bei "Hürriyet" bemerkte man den Fehler noch in der laufenden Zeitungsproduktion. Der falsche "Bomber der Nation" erschien in einer Ausgabe im Raum Frankfurt am Main, wo auch die Europazentrale des Verlags angesiedelt ist. In einem längeren Artikel auf Seite 6 wurde der Fehler nicht wiederholt. Bei später gedruckten Ausgaben, etwa für den Verkauf in Berlin, war der Fauxpas auch von der Titelseite getilgt.

Egal, wie es genau ablief: Tausende schmunzeln schon jetzt über den Fehler. Auf der Facebook-Seite des Fußball-Magazins "11Freunde" witzelte ein Nutzer: "Gibt wohl keine Fanfreundschaft zwischen PISA und Hürriyet mehr." Ein anderer schrieb: "Der 'Bomber der Nation' hätte ja dann eigentlich Verteidigungsminister werden müssen."

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Quelle: n-tv.de

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