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Trump legt seinen Amtseid ab. Eine Hand liegt auf der Bibel, die schon Abraham Lincoln für seine Inauguration nutzte.
Trump legt seinen Amtseid ab. Eine Hand liegt auf der Bibel, die schon Abraham Lincoln für seine Inauguration nutzte.(Foto: REUTERS)
Freitag, 20. Januar 2017

"America first, America first": Donald Trump ist neuer US-Präsident

Die Zeit von Barack Obama als US-Präsident ist Geschichte, ab sofort regiert Donald Trump die Vereinigten Staaten von Amerika. Auf den Stufen des Kapitols in Washington D.C. legt er seinen Amtseid ab und gibt in seiner Antrittsrede eine klare Richtung vor: Ab sofort zählen nur noch die USA.

Donald Trump ist neuer und damit 45. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Auf den Stufen des Kapitols legte er um 18 Uhr deutscher Zeit vor dem Obersten US-Richter seinen Amtseid ab. "Ich, Donald John Trump, schwöre feierlich, dass ich das Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten getreulich ausführen und die Verfassung der Vereinigten Staaten nach besten Kräften wahren, schützen und verteidigen werde", sagte er, umringt von seiner Familie, mit einer Hand auf der Bibel und fügte hinzu: "So wahr mir Gott helfe."

Der neue und der alte US-Präsident, ihre Vertreter sowie die Ehefrauen der vier Männer stehen nach der Amtsübergabe auf den Stufen des Kapitol.
Der neue und der alte US-Präsident, ihre Vertreter sowie die Ehefrauen der vier Männer stehen nach der Amtsübergabe auf den Stufen des Kapitol.(Foto: REUTERS)

In seiner ersten Rede als US-Präsident bedankte sich Trump bei Vorgänger Barack Obama und dessen Frau Michelle für deren Hilfe beim Regierungswechsel. Beide seien "großartig" und "großzügig" gewesen, sagte er kurz nach seiner Vereidigung. Zudem dankte er "den Menschen der Welt" und kündigte an, dass er und die Amerikaner den Kurs des Landes gemeinsam für viele weitere Jahre bestimmen würden.

"America first, America first!"

Weiter kündigte Trump einschneidende Veränderungen in Washington an. Zu lange hätten Politiker profitiert und das Establishment, aber nicht die einfachen Leute, die ihre Arbeit verloren hätten. "Das ändert sich alles, jetzt beginnt es, genau hier", sagte Trump. "Das ist Euer Moment, das ist Euer Tag. Die USA sind Euer Land." Dieser 20. Januar werde in die Geschichte eingehen als der Tag, an dem das Volk die Macht zurückerhalte.

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Trump beschwor die Menge mit ähnlichen Worten, die er schon im Wahlkampf genutzt hatte. Die Vergessenen würden nicht länger vergessen, betonte der neue US-Präsident. "Wir haben andere Länder reich gemacht", während in den USA eine Fabrik nach der anderen geschlossen habe. "Aber das ist Vergangenheit. Und jetzt schauen wir nur nach vorne." In jedem Teil des Landes werde ab sofort eine neue Vision das Land regieren: "Amerika zuerst, Amerika zuerst". Jede Entscheidung werde dieser Maxime gehorchen, ob in der Wirtschaft oder der Außenpolitik.

"Amerika wird wieder gewinnen", erklärte Trump weiter. "Wir werden unsere Jobs zurückbringen. Wir werden uns unsere Grenzen zurückholen. Wir werden unseren Wohlstand zurückbringen. Wir werden unsere Träume zurückbringen." Seine Rede beendete der neue US-Präsident mit der Wiederholung seines Wahlkampfversprechens: "Zusammen werden wir Amerika wieder großartig machen."

Parade und Bälle

Als nächstes steht die "Inaugural Parade" auf dem Programm. Dabei läuft Trump nebst Gattin Melania und seinem Vize-Präsidenten Mike Pence entlang der Pennsylvania Avenue bis zur Hausnummer 1600, dem Weißen Haus.

Der offizielle Teil der Inauguration endet am Abend mit zahlreichen Bällen. Trump wird nach bisherigen Informationen auf drei Veranstaltungen tanzen, während Obama eine letztes Mal die Air Force One besteigt und ins kalifornische Palm Springs fliegt. Zum Abschluss der Amtsübergabe findet am Samstagmorgen in der Washingtoner Nationalkathedrale ein interreligiöser Gottesdienst statt.

Gemeinsamer Kaffee und ein Brief

Begonnen hatte der Machtwechsel schon zwei Stunden vor der Inauguration. Der scheidende US-Präsident Barack Obama und dessen Ehefrau Michelle empfingen ihre Nachfolger im Weißen Haus auf einen Kaffee. Trump trug einen schwarzen Anzug mit roter Krawatte, Melania ein leuchtend himmelblaues Kleid. Am Anschluss an das traditionelle Treffen im Weißen Haus fuhren sie gemeinsam zum Kapitol.

Vor dem Empfang der Trumps hatte Obama ein letztes Mal das Oval Office aufgesucht, das Büro des US-Präsidenten. Dort hinterlegte er einen Brief auf dem Schreibtisch. Es gehört zur Tradition, dass der scheidende US-Präsident eine Notiz für seinen Nachfolger hinterlässt.

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Quelle: n-tv.de

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