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Die tunesische Armee liefert sich immer wieder Kämpfe mit eingefallenen Extremisten aus Libyen.
Die tunesische Armee liefert sich immer wieder Kämpfe mit eingefallenen Extremisten aus Libyen.(Foto: dpa)

53 Tote bei Attacke auf Militär: Dschihadisten nehmen Tunesien ins Visier

Dschihadisten aus Libyen versuchen offenbar gezielt die junge Demokratie in Tunesien zu destabilisieren. Terroristen greifen einen tunesischen Stützpunkt nahe der Grenze an. Der Präsident fürchtet offenbar einen Ableger der Terrormiliz IS im Land.

Bei einem blutigen Angriff Dutzender mutmaßlicher Dschihadisten auf einen tunesischen Militärstützpunkt sind mindestens 53 Menschen getötet worden. Während der heftigen Gefechte am Montag in der Stadt Ben Gardane nahe der Grenze zum Bürgerkriegsland Libyen seien 35 Angreifer sowie 18 Sicherheitskräfte und Zivilisten ums Leben gekommen, teilten die tunesischen Ministerien für Inneres und Verteidigung mit.

Frank-Walter Steinmeier sagt: "Der Versuch, mit Mord und Gewalt die tunesische Demokratie zu destabilisieren, darf nicht gelingen."
Frank-Walter Steinmeier sagt: "Der Versuch, mit Mord und Gewalt die tunesische Demokratie zu destabilisieren, darf nicht gelingen."(Foto: picture alliance / dpa)

Staatspräsident Béji Caid Essebsi sprach von einer organisierten Attacke: "Sie könnte darauf gezielt haben, einen neuen "Staat" auszurufen." Dies kann als Befürchtung interpretiert werden, dass sich die Terrormiliz Islamischer Staat in Tunesien festsetzen wolle. Die Behörden gehen davon aus, dass die Angreifer Dschihadisten aus dem Nachbarland waren. Die Grenze wurde komplett geschlossen. Westlibyen gilt als Zufluchtsort von IS-Dschihadisten. Einige der Angreifer seien geflohen und würden verfolgt, für die Nacht wurde eine Ausgangssperre in Ben Gardane verhängt.

Mehr Polizei und Militär

Die Präsenz von Polizei und Militär sei verstärkt worden, berichtete die staatliche tunesische Nachrichtenagentur Tap. Auch der Zugang zur Urlauberinsel Djerba sei geschlossen worden. Bei den Kämpfen seien zudem sieben Sicherheitskräfte verletzt und sieben mutmaßliche Dschihadisten festgenommen worden. Der französische Präsident François Hollande sagte Tunesien seine Unterstützung zu. "Frankreich steht an der Seite Tunesiens", erklärte er. Das Land sei wieder einmal ins Visier genommen worden, weil es ein Symbol sei. Tunesien hatte nach dem Arabischen Frühling den Übergang zur Demokratie gewählt.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier verurteilte "den verbrecherischen Angriff". "Der Versuch, mit Mord und Gewalt die tunesische Demokratie zu destabilisieren, darf nicht gelingen." Die Tat zeige, wie notwendig es sei, Tunesien bei der Sicherung der Grenze zu Libyen zu unterstützen. Die tunesische Regierung hatte zum Schutz vor Dschihadisten vor wenigen Wochen einen elektronisch überwachten Sandwall an der Grenze errichten lassen. Für den Bau hatte sie sich nach der Terrorattacke im Badeort Sousse entschieden, bei der im Juni 38 Menschen ermordet wurden. Der islamistische Attentäter soll in Libyen ausgebildet worden sein.

Ausgangssperre verhängt

Im vom Bürgerkrieg zerrütteten Nachbarland kämpfen zahlreiche tunesische Extremisten in den Reihen islamistischer Milizen. Auch die Terrormiliz IS ist in Libyen aktiv. Sie bekannte sich unter anderem zum Überfall auf das Bardo-Museum in Tunis, bei dem vergangenes Jahr mehr als 20 Touristen getötet wurden. Das tunesische Innenministerium forderte die Bewohner Ben Gardanes auf, in ihren Häusern zu bleiben. Die Ausgangssperre gelte von 19 Uhr abends bis 5 Uhr morgens. Reporter wurden gebeten, nicht in die Stadt zu reisen. Ministerpräsident Habib Essid kündigte ein Dringlichkeitstreffen mit seinen Ministern für Inneres und Verteidigung an. Bereits in der vergangenen Woche hatten tunesische Sicherheitskräfte fünf Dschihadisten getötet, die aus Libyen in das Land gekommen sein sollen.

Quelle: n-tv.de

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